Taxi-Konkurrent
Jetzt will Uber Afrika erobern

Uber wächst stark in Südafrika. Trotz Gegenwind ist der Taxi-Konkurrent dort auf dem Vormarsch. In Ländern südlich der Sahara will das Unternehmen vom Mangel an öffentlichen Transportmitteln profitieren.

JohannesburgBei seinen internationalen Expansionsplänen hat der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber Afrika entdeckt. In Metropolen ohne vernünftigen öffentlichen Verkehr wie Lagos im Westen und Johannesburg im Süden sieht das Unternehmen eine Chance für sein Geschäftsmodell. Während Uber in vielen Teilen der Welt für Widerstand bei professionellen Anbietern sorgt, glaubt das Start-up aus San Francisco auf diesem Kontinent an seine Entfaltungsmöglichkeiten. „In Afrika südlich der Sahara haben wir unglaubliche Steigerungsraten“, erzählt der für die Region zuständige Manager Alon Lits in der südafrikanischen Metropole Johannesburg.

Dort ging Uber 2012 mit der Vermittlung von Fahrten mit Privatleuten an den Start – bis Ende 2014 hatte der Dienst bereits rund eine Million Fahrten mit insgesamt 2000 Fahrer registriert. Sechs Monate später, im vergangenen Mai, hatte sich die Zahl der Fahrten verdoppelt. Später folgten Metropolen wie Durban oder Kapstadt.

Das Unternehmen, so der 30-jährige Südafrikaner, sei seinem Ziel mittlerweile sehr nahe gekommen, innerhalb der kommenden zwei Jahre rund 15.000 Fahrer auf Südafrikas Straßen zu haben.

In der nigerianischen Metropole Lagos ging Uber erst 2014 an den Start, in Kenias Hauptstadt Nairobi im vergangenen Juni. Schon jetzt zählt das Unternehmen dort pro Woche mehrere tausende Fahrten. Dabei stößt Uber in vielen Teilen der Welt auf massiven Widerstand von Taxi-Branche und Behörden, die dem Dienst unfairen Wettbewerb vorwerfen.

In Afrika dagegen sind die Rahmenbedingungen anders. „Überall auf dem Kontinent gibt es ähnliche Probleme mit hoher Arbeitslosigkeit und einem Mangel an öffentlichem Transport“, sagt Lits. Doch muss er zugeben, dass der Fahrdienst auch in Afrika auf Widerspruch stößt.

In Südafrika etwa, wo eine mächtige Taxi-Industrie seit den Tagen der Apartheid mit ihren Mini-Bussen den öffentlichen Nahverkehr weitgehend übernommen hat. Die weiße Regierung hatte damals bewusst keine Infrastruktur aufgebaut, um die schwarze Bevölkerung in den Townships isolieren zu können. Die schwarzen Taxi-Bosse wurden so zum Rückgrat des öffentlichen Transports: Sie wehren sich wenn nötig auch mit Gewalt gegen Versuche, ihr lukratives Geschäft zu stören.

Seit April gab es im Kap-Staat daher Einschüchterungsversuche gegenüber Uber-Fahrern. „Uber kam ins Land und ignorierte alle Gesetze, das ist unfair“, schimpft Aldino Muller, dessen Verband etwa 6000 Taxifahrer in der Westkap-Provinz vertritt. Er fordert: „Es sollte uns erlaubt sein, zu gleichen Bedingungen gegeneinander anzutreten.“ Die Taxi-Industrie befürchtet eine Zerstörung des Lebensunterhalts vieler ihrer Fahrer durch Preis-Dumping. Lits: „Die Einschüchterung hat aber definitiv nachgelassen, immer mehr Taxifahrer nutzen unsere Dienste.“

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Viele Uber-Fahrer ohne eigenes Auto

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