Teldafax
Insolvenzverwalter will Millionen von Netzbetreibern

Der Insolvenzverwalter von Teldafax versucht, unberechtigt eingenommene Gelder einzutreiben. Biner Bähr hat daher zahlreiche Netzbetreiber verklagt. Für Amprion, 50 Hertz, Transnet oder Tennet geht es um Millionen.
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DüsseldorfBiner Bähr, der Insolvenzverwalter des 2011 zusammengebrochenen Billigstromanbieters Teldafax hat zahlreiche Netzbetreiber auf die Zahlung von insgesamt rund 200 Millionen Euro verklagt. Allein von den Übertragungsnetzbetreibern, die den überregionalen Stromaustausch über ihre Leitungen gewährleisten, bestätigten dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) alle vier – Amprion, 50 Hertz, Transnet und Tennet, dass sie Klagen erhalten hätten. Amprion und 50 Hertz nannten jeweils „einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag“.

Auch von den regionalen Netzbetreibern versucht Bähr, im großen Stil Geld einzutreiben. Allein Eon bestätigte laut Handelsblatt, dass alle vier regionalen Netzgesellschaften – Avacon, Bayernwerg E-dis und Hansenetz – mit Forderungen konfrontiert sind. Allein hier sollen sich die Forderungen auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag belaufen.

Grundlage für die Klagen ist das deutsche Insolvenzrecht, nach denen ein Gläubiger alle Gelder zurückzahlen muss, die er von einem maroden Unternehmen erhalten hat, nachdem er von dessen Insolvenzreife erfuhr. „Diese Regelungen wurden geschaffen, um die gleichmäßige Befriedigung der Gläubiger sicherzustellen“, sagt Rainer Schaaf, Insolvenzrechtsexperte der Kanzlei Rödl & Partner im Handelsblatt. „Der Gesetzgeber wollte verhindern, dass kurz im Vorfeld einer Insolvenz noch Gelder aus dem Unternehmen geschleust werden, und die späteren Gläubiger darunter leiden.“

Genau das geschah bei Teldafax. Als das Unternehmen im Juni 2011 völlig marode zusammenbrach, hinterließ es 500 Millionen Euro Schulden und 750.000 Gläubiger, darunter vor allem Kunden, die ihren Strom per Vorkasse bezahlt hatten.

Derzeit stehen drei ehemalige Vorstände von Teldafax wegen des Vorwurfs der Insolvenzverschleppung vor Gericht. Die Zeche zahlt aber nun der Steuerzahler.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

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