Telefonieren in der Luft
Lufthansa will an Handyverbot festhalten

In den USA soll das Handyverbot in Flugzeugen gelockert werden, darf an Bord bald telefoniert werden? Flugbegleiter und Airlines sperren sich dagegen. Dennoch bauen sie ihre Mobilfunktechnik weiter aus.
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FrankfurtDie Lufthansa will Handytelefonate während des Flugs auch weiterhin verbieten. Die US-Telekomaufsicht FCC hatte vorgeschlagen, das Handyverbot in Flugzeugen aufzuheben – und war damit bei Flugbegleitern und Airlines auf Kritik gestoßen. „Wir wissen, dass sich die deutliche Mehrheit der Fluggäste durch Telefonate gestört fühlt. Auch nach den jüngsten Ankündigungen erreicht mich eher Zustimmung für diese Position“, sagte Lufthansa-Produktchef Reinhold Huber der Wirtschaftswoche.

Trotzdem stattet die Lufthansa derzeit die gesamte Langstreckenflotte mit Mobilfunktechnik aus, um Passagieren SMS, MMS und Internetzugang zu ermöglichen. „Wer unbedingt telefonieren möchte, kann dies per fest installiertem Satellitentelefon tun“, sagte Huber.

In den USA wurden die Regeln für Elektronik im Flugzeug bereits gelockert. So dürfen Passagiere von US-Fluggesellschaften ihre Geräte künftig auch bei Start und Landung eingeschaltet lassen. Die Airlines Delta und JetBlue wollen die neuen Regeln möglichst schnell umsetzen. Es bleibt allerdings weiterhin verboten, im Flugzeug zu telefonieren oder über eine Mobilfunk-Datenverbindung im Internet zu surfen, wie die Luftfahrtbehörde FAA betont.

Allerdings können die Passagiere nun jederzeit digitale Bücher lesen, spielen oder sich Filme ansehen. Die USA preschen mit den gelockerten Regeln vor: International ist es üblich, dass elektronische Geräte bei Start und Landung ganz ausgeschaltet werden müssen. Zahlreiche IT-Experten hatten die Vorkehrung als übertrieben kritisiert.

Solche Regeln gelten für Fluggesellschaften des jeweiligen Landes weltweit. Damit werden von der FAA-Entscheidung auch Passagiere von US-Airlines bei internationalen Flügen profitieren. Für Passagiere europäischer Maschinen in den USA bleibt aber vorerst alles wie bisher. Die Bestimmungen für Fluggesellschaften aus Europa werden von der europäischen Agentur EASA gemacht. Sie erklärte, man arbeite in dieser Frage eng mit der FAA zusammen. Neben einem eventuellen Einfluss auf Flugzeug-Elektronik müssten aber auch die Auswirkungen auf die Aufmerksamkeit der Passagiere berücksichtigt werden. Die FAA erklärte, sie setze sich für eine Angleichung der internationalen Bestimmungen ein

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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