Thyssen-Krupp erfindet sich neu

Neues Logo, neues Glück?

Der Industriekonzern Thyssen-Krupp gibt sich einen neuen Markenauftritt und spendiert dafür einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Doch lässt sich so einfach ein Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen?
Konzernchef Heinrich Hiesinger posiert vor der Unternehmenszentrale in Essen. Quelle: ap
Neues Logo für Thyssen-Krupp

Konzernchef Heinrich Hiesinger posiert vor der Unternehmenszentrale in Essen.

(Foto: ap)

DüsseldorfThyssen-Krupp ist Vergangenheit. Seit Donnerstag hat sich der Industriekonzern umbenannt in „thyssenkrupp“ – in einem Wort und am liebsten kleingeschrieben. Die Verschmelzung zweier Unternehmen soll sich – gut 16 Jahre nach der Fusion – nicht nur im neuen Firmennamen wiederfinden, sondern auch im neuen Logo des Essener Unternehmens. Der einst wuchtige Stahlbogen, der zuvor eine Art Dachkonstruktion des Signets war, rutscht nach unten und fügt sich in die drei Krupp-Ringe ein. Der Blauton wechselt von „preußisch-blau“ zu „electric-blue“. Und der neue Slogan verheißt im modernen Englisch: „engineering. tomorrow. together." Auch hier regiert die Kleinschreibung.

„Wir sind an einem Wendepunkt“, stellte CEO Heinrich Hiesinger im Gespräch mit Journalisten fest. Der neue Markenauftritt soll jetzt auch optisch zeigen, dass die düsteren Jahre der Fehlinvestitionen und des Missmanagements nun endgültig vorbei sind. Statt gigantischer Verluste schreibt Thyssen-Krupp wieder solide Gewinne.

Mit dem Relaunch sollen nicht weniger als 180 verschiedene Marken eingefangen werden. Die neue  Dachmarke soll ein einheitliches Bild bei Kunden, Mitarbeitern und in der Öffentlichkeit liefern. Als Basis für die Markenarbeit diente eine von der Unternehmensberatung McKinsey durchgeführte Umfrage, bei der Thyssen-Krupp vor allem mit dem Kernwert Ingenieurskunst punktete.

Die neue Ära wurde am Donnerstagmorgen für die Mitarbeiter – weltweit sind es rund 155.000 – jeweils mit einem kleinen Überraschungspaket eingeläutet: Neben Aufklebern und Broschüren fanden sie einen Kaffeebecher mit dem neuen Logo. Sparsamkeit scheint eines der oberen Gebote zu sein: Thyssen-Krupp hat nach eigenen Angaben einen „mittleren einstelligen Millionenbetrag“ für den neuen Markenauftritt ausgegeben – das ist weitaus weniger, als andere Unternehmen für eine Rundumerneuerung spendieren.

So sieht das neue Metro-Logo aus
Neues Metro-Logo
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Deutschlands einst größter Handelskonzern hat sich aufgespalten: Unter dem Namen Metro firmiert nun nur noch das Lebensmittelgeschäft mit den Metro-Großmärkten und Real. Dafür hat der Konzern auch gleich eine neues Logo spendiert.

Altes Metro-Logo
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Bei der letzten Metro-Hauptversammlung prangte noch das alte Logo am Rednerpult – hier sicherte sich Metro-Chef Kort die Zustimmung der Aktionäre für die Aufspaltung.

Neues Aldi-Logo
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Der Discounter Aldi Süd möbelt nach elf Jahren sein Logo auf. Das neue Aldi-Emblem hat im Prinzip die gleichen Elemente wie sein Vorgänger. Doch insgesamt wirkt das Logo weniger eckig und kantig – und wartet mit einer Art 3D-Effekt beim gestrichelten „A“ auf.

Das alte Aldi-Logo
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Seit dem Jahr 2006 sah das Logo von Aldi Süd so aus. Insgesamt ist es die siebte Logo-Änderung seit 1948.

Uniper
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Die Kraftwerkstochter Uniper des Energieriesen Eon startet im nächsten Jahr mit einem blauen Logo - ähnlich wie der große Essener Konkurrent RWE. Das Uniper-Blau werde aber dunkler als das von RWE, sagte ein Eon-Sprecher. Unter dem neuen Firmennamen spaltet Deutschlands größter Energiekonzern ab 2016 seine Kohle- und Gaskraftwerke sowie Teile des Auslandsgeschäfts ab. Der Mutterkonzern Eon konzentriert sich vor allem auf Erneuerbare Energien und den Netzbetrieb.

Neuer Thyssen-Krupp-Schriftzug
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Vorstandschef Heinrich Hiesinger will Thyssen-Krupp ein neues Image geben. Dem in den vergangenen Jahren schwer gebeutelten Industriekonzern geht es wieder besser – jetzt wird an der Marke gearbeitet. Der Essener Dax-Konzern gibt sich schlankeres Outfit. Die Großbuchstaben in „ThyssenKrupp“ werden entfernt. Das Unternehmen schreibt sich in Zukunft selbst klein: „thyssenkrupp“. Auch das Logo wird verändert.

Neues Thyssen-Krupp-Logo
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Ganz schön retro das neue Logo: Der sogenannte Rheinstahl-Bogen soll mit den Krupp-Ringen „verschmelzen“. Eigentlich ist der neue Markenauftritt noch geheim und soll erst im November vorgestellt werden. Beim Deutschen Patent- und Markenamt ist er aber bereits zu finden.

Die Hamburger Werbeagentur Thjnk sowie ihre Designtochter Loved, die ihre Firmennamen ebenfalls beide kleinschreiben, haben den neuen Markenauftritt des Essener Konzerns konzipiert. „Jetzt tragen wir die neue Markenidentität in alle internen und externen Kommunikationskanäle von Thyssen-Krupp“, meinte Thjnk-Co-Gründer Michael Trautmann. Eine große Werbekampagne wird es zum Start des Markenauftritts allerdings nicht geben – mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns.

Vorbilder sind Nike und Apple
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