Tourismus

Spanisches Gericht kassiert Strafe für Airbnb

Das Portal sollte wegen der Vermittlung an Touristen ohne Genehmigung 30.000 Euro zahlen. Dieses Urteil hat nun ein Richter in Barcelona mit Verweis auf eine Regulierungslücke aufgehoben.
Kommentieren
Der Tourismusboom in der katalonischen Hauptstadt hat die Mieten in die Höhe getrieben. Zimmervermittler wie Airbnb profitieren. Quelle: dpa
Barcelona

Der Tourismusboom in der katalonischen Hauptstadt hat die Mieten in die Höhe getrieben. Zimmervermittler wie Airbnb profitieren.

(Foto: dpa)

BarcelonaEin Gericht in der spanischen Touristenhochburg Barcelona hat eine Geldstrafe für das Zimmervermittlungsportal Airbnb für nichtig erklärt. Der zuständige Richter verwies auf eine Regulierungslücke, daher könne auch keine Sanktion verhängt werden, wie Airbnb mitteilte. Gegen das Urteil ist eine Berufung möglich.

Die Regierung von Katalonien hatte im Juli 2014 eine Strafe von 30.000 Euro gegen Airbnb verhängt wegen Vermittlung von Unterkünften an Touristen ohne Lizenz. Dagegen wehrte sich das US-Unternehmen.

Im Urteil von Ende November, das Airbnb am Montag veröffentlichte, heißt es zwar, das Vermittlungsportal sei nicht einfach nur ein „elektronischer Anzeiger“ für Ferienwohnungen ohne jegliche Verantwortung. Doch „vermarkte“ das Unternehmen Ferienwohnungen nicht; bei seiner Geschäftstätigkeit gehe es im Grunde nicht um den „Gebrauch von Teilen, Personen oder Besitztümern zur touristischen Nutzung“.

Airbnb erklärte, es handle sich um ein Grundsatzurteil. Denn der 2014 verhängten Strafe folgten weitere Geldbußen: Die Stadt Barcelona verhängte 2015 Strafen von je 30.000 Euro gegen Airbnb und den Konkurrenten HomeAway. Im Juni erhöhte die Stadt die Strafen drastisch auf 600.000 Euro – Ende November kündigte sie an, Airbnb und HomeAway sollten diese Summe jeweils wegen unerlaubter Wohnungsvermittlung bezahlen.

Welche Städte Reisende lieben – und welche nicht
Platz 10: Leipzig
1 von 16

Der Tourismus in Deutschland boomt – auch weil viele Bundesbürger angesichts der internationalen Sicherheitslage lieber im eigenen Land urlauben. Mehr als 433 Millionen Übernachtungen verzeichneten das Internetportal Billiger.de und die statistischen Landesämter 2015, 12 Millionen mehr als im Vorjahr.

Den Anfang der Top-Ten macht Leipzig. Die größte Stadt Sachsens verbuchte 2015 mit 2.232.282 Übernachtungen ein Plus von 2,3 Prozent und damit 64.973 Hotelbuchungen mehr.

Quelle: Billiger.de/Statistische Landesämter

Platz 9: Nürnberg
2 von 16

3.013.201 Übernachtungen verbuchte Nürnberg 2015, satte 188.947 Gäste mehr als 2014. Die Hoteliers der fränkischen Metropole verbuchten damit ein Plus von 6,7 Prozent.

Platz 8: Stuttgart
3 von 16

2015 wurden in der Heimat von Spätzle und Mercedes 3.561.490 Übernachtungen gebucht. Das sind 2,7 Prozent beziehungsweise 95.162 Gäste mehr.

Platz 7: Dresden
4 von 16

Ein guter siebter Platz für Dresden? Von wegen! Die regelmäßigen Aufmärsche der Pegida-Bewegung haben ihre Spuren hinterlassen. Zwar verbuchte Dresden im letzten Jahr 4.308.631 Übernachtungen. Das waren jedoch 133.265, beziehungsweise 3 Prozent Buchungen weniger.

Platz 6: Düsseldorf
5 von 16

Der andere Verlierer in den Top-Ten heißt Düsseldorf, wenn auch nicht im selben Ausmaß wie Dresden: 4.403.960 Übernachtungen verbuchten die Hoteliers der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt 2015 – das waren 88.591 weniger als 2014.

Platz 5: Köln
6 von 16

Platz 5 der deutschen Tourismus-Städte, Düsseldorf geschlagen: In der Domstadt darf man sich freuen. 5.984.881-mal blieben in Köln Gäste 2015 über Nacht. 247.905 Buchungen und damit 4,3 Prozent mehr als 2014.

Platz 4: Frankfurt am Main
7 von 16

Den prozentual deutlichsten Zuwachs an Buchungen unter den zehn Top-Städten verzeichnet Frankfurt am Main. 630.816, beziehungsweise 7,8 Prozent mehr Übernachtungen verbuchte die hessische Landeshauptstadt 2015. Insgesamt registrierte Mainhattan 8.676.721 Übernachtungen.

Der Touristenboom in Barcelona war lange von der Stadt begrüßt worden, doch in den vergangenen Jahren wuchs die Kritik. Die steigenden Touristenzahlen haben auch zu steigenden Immobilienpreisen geführt. Viele Einheimische können sich eine Wohnung in der Stadt nicht mehr leisten.

Airbnb, 2008 gegründet, vermittelt via Internet Privatunterkünfte aller Art. Das US-Unternehmen will in diesem Jahr erstmals Gewinn machen. Es hofft nun in Barcelona auf einen „neuen Dialog über die Zusammenarbeit“ mit den spanischen Behörden, wie das Unternehmen erklärte.

  • afp
Startseite

Mehr zu: Tourismus - Spanisches Gericht kassiert Strafe für Airbnb

0 Kommentare zu "Tourismus: Spanisches Gericht kassiert Strafe für Airbnb"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%