Trotz neuem Gesetz
Visa und Mastercard weiter in Russland aktiv

Ab dem 1. Juli müssen die beiden US-Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard Geld auf ein russisches Konto einzahlen, das im Konfliktfall beschlagnahmt werden kann. Dennoch machen sie weiter in Russland Geschäfte.
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MoskauDie US-Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard wollen ihre Geschäftstätigkeit in Russland fortsetzen. Das kündigten die Russland-Chefs der beiden Unternehmen, Andrew Torre und Ilia Riabii, am Freitag auf dem Wirtschaftsgipfel in St. Petersburg an, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten. Sie hätten der Regierung ihre Bedenken gegen deren geplantes neues Gesetz mitgeteilt, sagte Torre. Daraufhin sei ein erster Kompromiss mit den russischen Behörden gefunden worden.

Das Gesetz, das am 1. Juli in Kraft treten soll, sieht die Einrichtung eines Sonderkontos bei der russischen Zentralbank vor. Die ausländischen Kreditkartenunternehmen sollen dort Geld einzahlen, das beschlagnahmt werden kann, wenn die Firmen ihre Tätigkeit in Russland einstellen. Visa hatte daraufhin gedroht, die Geschäftstätigkeiten in Russland zu beenden, weil das Vorhaben das Unternehmen „mehrere hundert Millionen Dollar“ kosten werde.

Hintergrund des Moskauer Gesetzesvorhabens ist eine Entscheidung von Visa und Mastercard im März. Damals stellten beide Anbieter kurzzeitig den Zahlungsdienst für Kunden der Rossija-Bank und weiterer russischer Geldinstitute ein, nachdem die USA in der Krim-Krise Sanktionen gegen die Rossija-Bank verhängt hatten.

Ende März erklärte der russische Präsident Wladimir Putin, sein Land brauche eine nationale Gesellschaft für Kreditkarten. Solche Systeme funktionierten unter anderem in Japan und China sehr gut.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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