Trotz schlechtem Wetter
Bauindustrie erwartet 2013 Umsatzplus

Die deutsche Bauindustrie erwartet für dieses Jahr ein Wachstum von zwei Prozent. Der Auftragsbestand ist so hoch wie seit 1999 nicht mehr. Gleichzeitig beklagt die Branche eine zunehmende Blockade von Großprojekten.
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BerlinTrotz massiver Behinderungen durch Überschwemmungen, Dauerregen und langen Winter rechnet die deutsche Bauindustrie in diesem Jahr mit einem Umsatzplus. Ein Wachstum von zwei Prozent sei erreichbar, sagte der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Thomas Bauer, am Mittwoch in Berlin. Der Auftragsbestand sei derzeit mit über 27 Milliarden Euro so hoch wie seit 1999 nicht mehr. „Auch wenn die Witterungsverhältnisse in den vergangenen Wochen nicht allzu günstig waren: Noch spricht alles dafür, dass die Unternehmen diesen Aufholprozess bewältigen werden“, sagte Bauer.

Im ersten Quartal waren die Umsätze des Bauhauptgewerbes um fast zehn Prozent eingebrochen. Grund dafür war der ungewöhnlich lange und kalte Winter. Derzeit behindern die Überschwemmungen in Bayern, Sachsen und Thüringen viele Bauvorhaben.

Trotz der guten Auftragslage blickt der Branchenverband pessimistisch nach vorn. „Wir sind skeptisch, ob sich der Bau auf Dauer von der schwachen Verfassung unserer Gesamtwirtschaft abkoppeln kann“, sagte Bauer. Diese wird nach Prognose des Internationalen Währungsfonds in diesem Jahr nur um 0,3 Prozent wachsen.

Die Bauindustrie beklagt eine zunehmende Blockade großer Infrastrukturprojekte. Derzeit würden 82 Vorhaben im Volumen von fast 51 Milliarden Euro auf Eis liegen. „Es mangelt nicht an Investitionsmöglichkeiten am Standort Deutschland, es gibt aber eine Vielzahl von Blockaden“, sagte HDB-Präsident Bauer. Deren Ursache liege in Einwänden von regionalen Bürgerinitiativen und Klagen von Naturschutzverbänden, aber auch in politischen Streitigkeiten. Als Beispiel nannte Bauer den Widerstand zweier Bürgerinitiativen in Grimma gegen den Bau einer Betonwand gegen Überschwemmungen der Mulde, die bis heute fehle. Ein Streit zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg blockiere den Bau der Rheinbrücke Karlsruhe-Wörth.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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