Trotz steigender Erlöse
Stiftung Warentest schreibt rote Zahlen

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hat die Stiftung Warentest Verluste hinnehmen müssen. Für das Jahr 2013 ist man aber schon wieder optimistischer – vor allem weil der Umsatz des Online-Angebots deutlich zulegt.
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BerlinDie Stiftung Warentest hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal in ihrer Geschichte rote Zahlen geschrieben. Mit 1,1 Millionen Euro sei das Minus allerdings etwas geringer ausgefallen als zunächst befürchtet, erklärte Stiftungsvorstand Hubertus Primus am Mittwoch in Berlin. Grund seien Mindereinnahmen durch die geringeren Zinserträge des Stiftungskapitals. Die Erlöse lagen hingegen mit 39,5 Millionen Euro um 130.000 Euro höher als im Vorjahr.

Für 2013 rechne er mit einem besseren Ergebnis, erklärte Primus. Zum einen habe das Bundesverbraucherministerium seine Zuwendung um eine halbe Million auf vier Millionen Euro erhöht. Optimistisch stimme ihn aber vor allem das erfolgreiche Onlineangebot, das im Vergleich zum Vorjahr bei Besucherzahlen und Umsatz um rund 20 Prozent zugelegt habe. In den ersten Monaten des laufenden Jahres seien es sogar 40 Prozent gewesen. Insgesamt setzte die Stiftung demnach mit kostenpflichtigen Downloads und Monats- sowie Jahresflatrates 2,7 Millionen Euro um.

Die Datenbanken würden ständig aktualisiert, hob Primus hervor. Ende 2012 seien 18 Produktfinder im Internet bereitgestellt gewesen, also Datenbanken mit aktuellen Testurteilen zu jeweils einer Produktgruppe, von Handys über Autokindersitze bis zu Digitalkameras. Hinzu kämen Produktfinder zu Dienstleistungen wie Zinsangeboten oder Handytarifen. Die Pflege der Datenbanken sei aufwändig. „Aber nur so stellen wir sicher, dass die Verbraucher auch bei häufigen Neuerscheinungen oder geänderten Tarifen immer auf aktuelle Ergebnisse der Stiftung Warentest zählen können“, betonte Primus.

Die Jahres-Onlineabonnements entwickeln sich demnach zum Verkaufsschlagern. Hingegen ging die durchschnittlich verkaufte Auflage der „Test“-Hefte von 477.000 auf 462.000 zurück, wie Primus weiter mitteilte. Bei „Finanztest“ sank die verkaufte Auflage von 238.000 auf 234.000 Exemplare.

Primus stellte außerdem das neue Logo-Lizenzsystem vor, wonach Werbung mit den Logos der Stiftung Warentest ab Juli kostenpflichtig ist. Der Verbraucher solle sich darauf verlassen können, dass jeder, der mit einem Logo der Stiftung wirbt, auch tatsächlich eine gute Note bekommen habe, betonte Primus. Dazu führe die Stiftung weitreichende Kontrollen ein, unter anderem die konsequente Überwachung der Werbung sowie Nachtests.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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