Trotz Ukraine-Krise
Immofinanz baut Gewinn aus

Obwohl der österreichische Immobilienkonzern Immofinanz stark vom Russland-Geschäft abhängt, kann das Unternehmen seinen Gewinn steigern. Das liegt vor allem am schwachen Rubel.
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WienDie Ukraine-Krise hat der stark vom Russland-Geschäft abhängigen österreichischen Immofinanz bislang nicht geschadet. Im vergangenen Geschäftsjahr 2013/14 (bis Ende April) profitierte der österreichische Immobilienkonzern sogar von einem positiven Währungseffekt durch den im Vergleich zum Euro schwachen Rubel. Der Konzerngewinn stieg dadurch um knapp zwei Drittel auf 180,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitagabend mitteilte.

Immofinanz besitzt mehrere große Einkaufszentren in Russland. Nach der Abspaltung der Wohnimmobilientochter Buwog ist das Land mit einem Anteil von einem Viertel am Gesamtportfolio der größte Einzelmarkt für den Konzern. Doch ganz spurlos ging die Krise nicht an dem Unternehmen vorbei: Bereinigt um Währungsschwankungen fiel das Bewertungsergebnis mit 178 Millionen Euro deutlich negativ aus. Grund dafür ist eine Abwertung des russischen Immobilienportfolios - wegen der „politischen Unruhen in der Ukraine und den damit verbundenen bzw. in Aussicht gestellten Sanktionen gegen Russland“, erklärte Immofinanz.

Diese betreffen den Konzern zwar nicht direkt. Wenn darunter jedoch die russische Wirtschaft leidet, schmälert das letztlich auch die Konsumfreude der Russen in großen Einkaufszentren. Deshalb hofft das Unternehmen auf eine rasche Entspannung: „Mittel- bis langfristig sind weder ein schwacher Rubel noch latente Kriegsängste in der Bevölkerung unserem Geschäft in Russland zuträglich“, sagte Firmenchef Eduard Zehetner.

Das operative Ergebnis der Firma schrumpfte im vergangenen Geschäftsjahr um ein Fünftel auf 319 Millionen Euro. Grund dafür war die verzögerte Inbetriebnahme eines Shoppingcenters in Moskau. Immofinanz hatte mehrere Immobilien verkauft und wollte die dadurch fehlenden Mieteinnahmen durch die Mieterlöse aus dem neuen Moskauer Shoppingcenter ausgleichen - dieser Plan misslang.

Trotz des höheren Gewinns bekommen die Aktionäre für das vergangene Geschäftsjahr keine Dividende. Hintergrund dafür ist ein 900 Millionen Euro schwerer Zukauf in Deutschland, mit dem Immofinanz die Wohnimmobilien-Tochter Buwog vor deren Abspaltung aufgehübscht hatte. Die Immofinanz-Aktionäre haben beim Börsengang der Buwog automatisch Buwog-Aktien ins Depot gebucht bekommen. Für das laufende Geschäftsjahr 2014/15 stellte die Firma den Aktionären jedoch eine Ausschüttung von 15 bis 20 Cent in Aussicht. Diese könnte sich grundsätzlich aus Dividendenzahlung und Aktienrückkaufprogramm zusammensetzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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