Tui-Markencheck: Ausbeutung für den Traumurlaub?

Tui-Markencheck
Ausbeutung für den Traumurlaub?

Die ARD hat sich in ihrer Reihe „Markencheck“ Europas größten Reiseveranstalter Tui vorgenommen. Der Konzern hat nicht gut abgeschnitten – und kritisiert den Bericht. Ein Einblick in die vermeintlich heile Urlaubswelt.
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DüsseldorfOb Sommerferien auf Mallorca oder Luxus-Kreuzfahrten im Mittelmeer, der Marktführer Tui lockt jährlich 30 Millionen Kunden mit Rundum-Paketen für scheinbar sorgenfreie Urlaube. Aber wie gut sind die viel gepriesenen Hotels wirklich? Halten die Anlagen, was die Prospekte versprechen? Wie verhält sich der Konzern bei Reklamationen vor Ort? Und wie schlägt sich der Reiseriese im Preiskampf mit aufstrebenden Onlineanbietern?

Der ARD-Markencheck ging gestern Abend in seiner 45-minütigen TV-Doku diesen Fragen nach und sah sich, passend zum Höhepunkt der Frühbuchersaison, die Beratung im Reisebüro an. 

Check: Wie gut ist die Qualität?

In gewohnter Manier startet die Wirtschaftsreportage mit einer kleinen Umfrage in der Fußgängerzone. Um die Passanten aufs Kreuz zu legen, werden ihnen von ein und demselben Hotel unterschiedliche Fotos gezeigt. Mal in Bettenburg-Optik, mal hochglänzend und plakativ, mal im Nullachtfünfzehn-Format. Die Frage: Welches Hotel ist wohl von Tui? Das Ergebnis ist eindeutig: Kaum einer traut dem Veranstalter die hässliche Bettenburg zu. „Das auf gar keinen Fall, das würde ich niemals buchen“, platzt es aus einer älteren Dame heraus. Die meisten Passanten, 79 Prozent, verbinden mit Tui Hochglanz und Eleganz.

Gleichzeitig fliegt ein Reporterteam mit einer Mutter und ihren beiden Kindern nach Gran Canaria. Dort sollen Emil, Anton und Mama Stefanie in einem Riu-Hotel – eine eigene Marke von Tui – einen sorgenfreien Urlaub verbringen; das hoffen sie jedenfalls. Kostenpunkt für eine Woche im Herbst, vier Sterne und All Inclusive: 2.900 Euro. Was die junge Mutter erwartet? „Guten Service, einfach mal nichts tun und viel Unterhaltung für die Kinder.“

Auch Olaf Seiche ist auf die Kanarische Insel gereist und checkt im selben Hotel ein. Er arbeitet als Hoteltester für den TÜV-Rheinland und prüft, als Gast getarnt, die Qualität. Seiche kann mit einer UV-Handlampe sichtbar machen, was ein normaler Gast nicht sieht. Zum Beispiel eingetrocknete Urin-Reste auf der Klobrille.

Kommentare zu "Ausbeutung für den Traumurlaub?"

Alle Kommentare
  • Dieser TUI-Test bestätigt das, was ich schon Anfang der 90er mit TUI-Hotels und Rundreisen erlebt habe. Auf Reklamationen reagierte die TUI mit lächerlich kleinen Entschädigungen oder abweisend. Sie zielte also darauf ab, dass man klagen sollte, was man aber wegen des Aufwands wegen einiger hundert DM nicht tat. Meine Konsequenz daraus: Nie wieder mit TUI, es gibt bessere Alternativen!

  • Glaubst du wirklich, dass du damit der deutschen Wirtschaft hilfst? Hast du eine Ahnung, wie viele "Deutsche" in Unternehmen angestellt sind, die Auslandsreisen organisieren? Bahn, Fluggesellschaften, Reiseveranstalter, Busunternehmer, Reisebüro, Versicherer, Banken, Verlage,... Wenn die paar Millionen keinen Job haben, brauchen die auch nicht mehr zu verreisen. Oder wünscht du dir, dass man Strandkörbe auf Sylt stapelt, wenn 80 Mio nur noch in Deutschland Urlaub machen sollen? So ein Quatsch.

  • Der Bericht über TUI war für mich absolut nachvollziehbar!
    Was absolut top ist, sind die Robinson Clubs - ansonsten verhält sich TUI arrogant und bei Beschwerden kleinlich und nicht "Marktführer gerecht"!! Beschwerden werden nicht ernst genommen und TUI vermittelt immer wieder den Eindruck, als ob sie es nicht nötig hätten. Kunden werden selten bei Verspätungen eines Fliegers über ihre Rechte aufgeklärt; gerade die RIU Hotels halten bei weitem nicht das, was sie versprechen - zum Beispiel werden im Sommer die Klimaanlagen in der Nacht abgestellt - gerade da benötigt man sie aber oder man muß am Flughafen sehr lange (eine Stunde plus X) auf die Weiterfahrt zum Hotel warten oder der Pool ist für die Bettenanzahl des Hotels viel zu klein und die Liegestühle reichen nicht aus. TUI hat leider meiner Meinung nach jegliche Fähigkeit zur Selbstkritik verloren!!

    Wolfram

  • Wieso bleibt das Deutsche Dumpfbackenvolk nicht einfach zu hause? Warum gibt sein Geld nicht hier aus, kubelt damit die deutsche Wirtschaft an und schont dabei noch erheblich die Umwelt?
    Bitte keine Argumente wie "Entwicklungshife oder Unterstützung der ausländischen Wirtschaft"! Das hat den Griechen auch nicht geholfen! Das in Griechenland umgesetzte Vermögen ist fast komplett bei der Hochfinnanz angelangt! Ich höre hier immer nur Gejammers das die Leute kein Geld haben! Wenn man aber mal sieht wie der internationale Luftverkehr in den letzten Jahren explodiert ist dann kann da wohl etwas nicht stimmen! Ich bin dafür das der Umwelt absolute Priorität eingeräumt wird, d.h Flugbenzin sollte ausreichend besteuert werden damit Fernreisen noch teurer werden! Die Welt ist schon kaputt genug, da sollen Gretchen und Hänschen am besten zu hause bleiben! Dann sieht man vielleicht auch bald wieder die Sonne!

  • Die Sendung hat gestern voll den Nerv getroffen. Natürlich machen auch andere Reisegesellschaften Fehler und können nicht alles kontrollieren. Aber kein Unternehmen hat so Divenhaft auf Kritik reagiert, wie die TUI...wenn es überhaupt Antworten gibt...denn schuld sind immer die anderen. Dabei sollte man annehmen, dass man einem Vorgang sachlich nachgeht, wenn von 17 Reisenden, 13 Reisende schriftliche Beschwerde einreichen...Auch die Summe der angebotenen Entschädigung wie im Neusser Fall ist eher ein Witz, wenn es überhaupt dazu kommt. Aber was sollte man auch von einem Unternehmen erwarten, dass noch in der Vergangenheit existiert....Der Sparzwang muss riesengross sein, wenn im Januar 2013 noch Briefpapier aus dem Jahre 2002 in der Kundenkommunikation verwendet wird...und die Westdeutsche Landesbank als Kontoverbindung angegeben wird, die seit 2002 nicht mehr existiert.

  • Als seriöse Imformationsquelle sind diese "Markenchecks" der wohl kaum zu gebrauchen. Willkürliche Test und unrepresentative Stichproben dienen zwar der Meinungsmache aber nicht einer transparenten und qualitativen Verrbaucheraufklärung.
    Vielleicht helfen die "Markenchecks" ja wenigstens der ARD dabei, die eigenen Zuschauerquoten aufzumöbeln. Wer's verpasst hat, kann ja zum Glück die Zusammenfassung dieser "Markenchecks" im HB nachlesen, ob die Qualität damit steigt sei mal dahin gestellt.

  • Hallo OTTO15 und EinReisender-Teil. Sie haben vollkommen recht. Besonders Otto15. Welche Heuchelei hier manchmal herrscht, furchtbar. 2 Wochen 4-Sterne All inklusive aber bitte für 600,00 Euro. Und den Mitarbeiter aber keine Hungerlöhne. Wegen des guten Gewissens. Es ist immer das gleiche ob bei Textilien, Reisen usw.
    Porsche fahren wollen aber nur den Preis für einen Kleinwagen bezahlen wollen.

  • Solche Recherchen lassen eigentlich immer Marktführer schlecht aussehen.
    Sei es Tui oder vergleichbare Unternehmen bei Reisen oder Apple bei Smartphones.
    Selbst, wenn der Anbeiter schon mehr macht (Umwelt, Service) lassen sich dennoch leicht Bereiche finden, wo es nachnhiesigem Standart mangelt.
    Doch ein Großanbieter kann nicht die Gesetze und die gewohnheiten im Land aushebeln und neue Standarts setzen, ohne an Marktanteilen zu verlieren. Auch ist wohl richtig, dass bei solchen Recherchen gerne der Versuch gemacht wird, den Leser oder Seher des Berichtes zu beeindrucken nach dem Motto, seht was wir gefunden und aufgedeckt haben, insofern wird fast immer ein wenig schlitzohrig gearbeitet, wie bei dem schon zur Renovierung vorgesehenem TUI-Hotel und dem Neubau gegenüber.
    Es ist nicht einfach, für den Kunden, zu vergleichen, zumal auch die Berichte in diversen Foren, auch der der einzelnen Hotels von Berichten wimmeln, die von Bewertungsredaktionen gekauft werden, also nicht von Urlaubern. Daher sind auch solche Foren mit Vorsicht zu betrachten.
    Doch hier ist es so, je detaillierte der Bericht, deste wahrscheinlicher ist, dass er echt ist.
    Den Rechercheuren sei ins Pflichtenbuch geschrieben, weniger plakative ist mehr und landestypische Gewohnheiten beachten, denn die kann kein Anbieter komplett auf den Kopf stellen, ohne wirtschaftlich auf die Nase zu fallen. Denn die Mehrheit kauft dort, wo es billiger ist, bzw. ist nur bereit, einen kleinen Aufpreis zu zahlen.

  • Natürlich ist nicht alles Gold, was bei TUI glänzt.
    Beispielsweise rundet TUI seinen Reisepreis bei Bezahlung immer auf volle Euro auf. Warum? Mein Reisebüro konnte mir trotz Nachfrage bei TUI das bis heute nicht vernünftig erklären. (Steht so in den AGB.)
    Auf der anderen Seite ist die Betreuung und der Service vor Ort bei TUI positiver als bei anderen Veranstaltern zu vermerken. (Z. B. bei Reklamationen gegenüber dem Hotel) Ob das an der Marktmacht oder am Engagement der TUI-Mitarbeiter liegt, sei mal dahin gestellt. Dieser Aspekt wurde nur unzureichend bei dem Beitrag beleuchtet. Hilfe vor Ort ist m. E. wichtiger als ein paar Euro Entschädigung.
    Wie bei jedem Test werden viele Zuschauer - nicht zuletzt auf Grund ihrer persönlichen Erfahrung - eine andere Meinung haben oder halt zustimmen. Lobenswert ist, dass das Thema mal angesprochen wurde.

  • Ich bin kein großer Fan dieser "Skandal"-Tests. Diesmal hat es halt Tui getroffen. Es ist natürlich gut dass auf Misstände hingewiesen wird, allerdings sollte man gleiche Maßstäbe heranziehen.
    Alleine schon solche Falschaussagen wie Tui ist teuer - die Hotels von Tui kann man nur bei Tui buchen, anderswo ist es billiger, ist erstmal falsch (die Hotels bekomme ich in der Regel überall). Nachdem gesagt wird, dass Tui zu teuer ist, wird dann gemäkelt, dass Tui zu wenig zahlt...
    Meine Güte merkt hier noch jemand was?!
    Ich bin kein großer Tui-Fan, da wir eigentlich alles selber buchen (auch in verschiedenen Ländern) und keine Beratung brauchen, aber man sollte doch fair bleiben. Außerdem ist seit dem Internetzeitalter ein einigermaßen übersichtlicher Markt geschaffen worden, indem jeder sich Bewertungen von Hotels anschauen kann und mit wenigen Klicks Alternativangebote findet.
    Durch diese Äpfel mit Birnen Vergleiche und vorher feststehende Ergebnisse disqualifiziert man sich nur selber.

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