Tui nach der Fusion
Reisekonzern stellt Airline-Geschäft neu auf

Dank guter Geschäfte in der Hotel- und Kreuzfahrtsparte verringert Tui seine Verluste im ersten Quartal. Der Umbau geht aber unvermindert weiter. Die fünf Konzern-Airlines sollen offenbar verschmolzen werden.
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FrankfurtTui treibt nach der langersehnten Fusion mit der britischen Tochter Tui Travel den Umbau des Reisekonzerns voran. Einer der Kernpunkte sei dabei die Neuaufstellung des Airline-Geschäfts mit 140 Flugzeugen, sagte Tui-Co-Chef Fritz Joussen am Dienstag. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse der Bereich effizienter werden. Die Pläne dafür sollen im Lauf des Jahres ausgearbeitet werden.

Intern sind die Pläne nach Aussagen von Insidern schon wesentlich weiter. Aus den fünf Fluglinien Tuifly, Thomson Airways, Tuifly Nordic, Jetairfly und Arkefly solle eine neue Gesellschaft werden, sagten drei mit den Planungen vertraute Personen vergangene Woche der Nachrichtenagentur Reuters. Als Basis für die geplante Fluglinie sei die britische Thomson Airways vorgesehen - die Führung sowie Verwaltung und Technik sollten dann in Großbritannien angesiedelt werden. Der Schritt, durch den die Kosten insgesamt um 100 Millionen Euro gedrückt werden sollten, gefährde 400 bis 500 Jobs von mehr als 2000 Stellen in Hannover, der Heimat der deutschen Konzern-Airline Tuifly.

Tui fusionierte im Dezember mit dem britischen Ableger Tui Travel. Der neue Tui-Konzern mit 74.000 Mitarbeitern wird weiter von Hannover ausgeführt. Das Unternehmen, dessen Ursprünge bis in die 1920er Jahre zurückreichen, hat damit acht Jahre nach der umstrittenen Abspaltung von Tui Travel wieder die Kontrolle über das gesamte Reisegeschäft.

Der Start nach der Fusion verlief nach Maß: Dank guter Geschäfte in der Hotel- und Kreuzfahrtsparte verringerte die neue Tui im ersten Geschäftsquartal den operativen Verlust (bereinigtes Ebita) auf 107,9 Millionen Euro von 141 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter anderem habe Tui von 16 Millionen Euro Extraeinnahmen aus dem Verkauf eines Riu-Hotels profitiert. Doch auch ohne die Transaktion wäre der Verlust zurückgegangen, betonte das Unternehmen. Im Winter schreiben Tourismusunternehmen üblicherweise rote Zahlen - Geld wird erst mit Badeurlauben im Sommer verdient.

Für das Geschäftsjahr 2014/15 (bis Ende September) wird unverändert einen Anstieg des bereinigten Ebita um zehn bis 15 Prozent. Die Geschäfte liefen gut, sagte Joussen: "Wir sind stark ins neue Geschäftsjahr gestartet."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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