TV-Kritik Markencheck Amazon
„Rülpst der Frosch?“

In der dritten Extra-Ausgabe des „Markenchecks“ lässt der WDR drei Einzelhändler gegen Amazon antreten. Während die Ergebnisse offensichtlich erscheinen, sind es die Bewertungskriterien nicht.
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DüsseldorfDie Kämpfer für das Gute, Schöne und Günstige haben sich erneut auf den Weg gemacht. Sie wollen den Verbraucher über die Leistungen und Machenschaften eines großen Konzerns aufklären. In der dritten Folge des „Markenchecks Extra“ knöpfte sich der WDR am Montag den Online-Versandhändler Amazon vor. Mit altbewährten wie fragwürdigen Mitteln – aber durchaus amüsanten Protagonisten.

Von dem altbekannten Muster – Einkaufen, Beratung, Regiofaktor und Service – weicht die Sendung auch in ihrer vorletzten Version kein Stück ab. Die Autoren stricken ihre Geschichte aus dem bewährten Garn: Befragung in der Fußgängerzone und versteckte Kamera, „Check-Familie“ und netten Fachhändler. Alles wie immer. Die Kamera steht dieses Mal in der Dortmunder Innenstadt, die Check-Familie besteht aus Vater, Mutter, zwei Töchtern und Baby. Amazons Herausforderer sind ein Spielzeugladen, ein Buchhändler und eine Boutique.

Die Ergebnisse verwundern kaum. Insgesamt bleibt Amazon etwas günstiger als der Fachhandel, wenn auch nicht preislich, sondern nur, weil auf den Besuch bei den Einzelhändlern noch die Kosten für die Fahrt in die Stadt hinzukommen. Die drei Versuchsgeschäfte haben nicht immer alles auf Lager, können aber alles bestellen.

Bei der Beratung schlagen die Geschäfte den Versandhändler um Längen: Während die Mutter online nicht „18 Seiten durchblättern“ will, haben die Geschäfte in der Innenstadt schnelle, gute Vorschläge für die Kundin. Und im Gegensatz zur Bestellung im Netz können Vater und Tochter die Spieluhr im Geschäft tatsächlich anfassen und anhören – ganz anders als beim Versandhändler. Da heißt es nur, der Frosch sei eine Spieluhr für Männer. Was das genau heißt, weiß auch der Vater nicht: „Rülpst der Frosch?“, witzelt er mit seiner Tochter.

So plausibel die Ergebnisse klingen, so hanebüchen kommen die Bewertungskriterien der unterschiedlichen Kategorien daher. Als es etwa um die Beratung geht, reicht dem WDR, einen der Fachhändler zu testen, um allen dreien einen Punkt zu geben. Das mag nun kleinkariert sein. Doch das ist nur der Anfang.

Als der Regiofaktor bestimmt werden soll – wer besser für die Region ist –, geht es zunächst viel um die Gewerbesteuer, die Amazon in Dortmund nicht zahlt. Es wäre ja fast investigativ, was der „Markencheck“ da herausgefunden hat. Doch die Diskussion um Unternehmen, die in anderen Ländern Steuern zahlen, ist längst wieder abgeebbt. Dass Amazon dadurch Gewinn macht, hierzulande keine Gewerbesteuer und weniger Mehrwertsteuer zahlt, das ist nun wirklich nicht überraschend. Sonst könnte der Onlineriese sein Gewerbe ja auch in Deutschland anmelden.

Der „Markencheck“ rechnet also vor, dass Amazon von einem 8,99-Euro-teuren Buch 8,73 Euro bleiben, während der Buchhändler um die Ecke nur 7,55 Euro behält. Und der muss davon auch noch für sein Gewerbe blechen!

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„Rülpst der Frosch?“

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„Nur“ Kulanz beim Händler

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