Übernahmestreit um Immofinanz
Immobilienriesen im Schlagabtausch

Die österreichischen Immobilienfirmen Immofinanz und CA Immo streiten um eine Übernahme. Nun überrascht die Immofinanz mit einem Gegenangebot, um den ungeliebten Konkurrenten doch noch abzuwehren.
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Wien/FrankfurtÜberraschende Wende im Übernahmestreit um die österreichische Immobilienfirma Immofinanz: Der Konzern wehrt sich mit einem Gegenangebot gegen die ungeliebte Offerte der Gewerbeimmobilienfirma CA Immo und will für bis zu 530 Millionen Euro maximal 29 Prozent der Konkurrentin kaufen. Immofinanz biete dafür 18,50 Euro je CA-Immo-Aktie, wie das Unternehmen am Montag ankündigte.

Die Offerte liegt damit einen Euro oder sechs Prozent über dem Schlusskurs von Freitag. Am Montag legte die CA-Immo-Aktie fünf Prozent auf 18,38 Prozent zu.

Die Idee einer wechselseitigen Beteiligung und einer möglichen späteren Fusion der beiden Firmen ist nicht neu: Bereits im vergangenen Jahr war Immofinanz unter den Interessenten für eine Minderheitsbeteiligung an CA Immo, als sich UniCredit von ihrem Anteil trennte. Den Zuschlag erhielt damals jedoch der russische Immobilieninvestor Boris Mints. Er hält mittlerweile 26 Prozent an CA Immo.

Doch damit war die Idee eines engeren Zusammenrückens der beiden Firmen nicht gestorben: Kürzlich kündigten CA Immo und ihr Großaktionär Mints ein gut 420 Millionen Euro schweres Angebot für bis zu 13,5 Prozent der Immofinanz-Aktien an. Auch ein späterer Zusammenschluss der beiden Unternehmen sei denkbar, hatte CA Immo in Aussicht gestellt. Immofinanz wies die Offerte jedoch als zu niedrig zurück.

Beide Unternehmen sind an der Wiener Börse notiert und auf Gewerbeimmobilien spezialisiert. Während sich CA Immo auf Bürohäuser in Deutschland und Osteuropa konzentriert, besitzt Immofinanz diverse Einkaufszentren, Bürohäuser und Logistikimmobilien in Österreich, Deutschland und Osteuropa.

Zuletzt hatte dem Konzern die starke Abhängigkeit vom russischen Markt zu schaffen gemacht: Immofinanz besitzt fünf Einkaufszentren im Umland von Moskau und gewährt den Mietern dort wegen des schwachen Rubels Preisnachlässe.

Immofinanz-Chef Eduard Zehetner hält das für eine gute Kombination: „Die CA Immo passt hinsichtlich Kernländern und Assetklassen sehr gut zu uns“, sagte er. Die Finanzierung der Offerte könne Immofinanz aus eigener Kraft stemmen: Der Konzern verfügte Ende Januar über liquide Mittel von 627 Millionen Euro.

Mit dem Verkauf weiterer Immobilien bis Ende April werde dieser Betrag noch steigen, erklärte Immofinanz. Die Offerte mit sämtlichen Details will Immofinanz veröffentlichen, sobald die Übernahmekommission dafür grünes Licht gibt. Von der CA Immo war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

CA Immo zeigt sich von der Gegenofferte jedoch unbeeindruckt: Der Konzern werde seine Offerte kommenden Mittwoch mit einem unveränderten Preis von 2,80 Euro je Immofinanz-Aktie veröffentlichen, teilte CA Immo am Montag mit.

„Wir sehen das Angebot der Immofinanz AG als emotionale Reaktion“, erklärte CA Immo. „Angesichts der aktuellen Herausforderungen in Russland, die sich auch in den kürzlich veröffentlichten, enttäuschenden Ergebnissen zum dritten Quartal gezeigt haben, sehen wir als derzeitiger Drei-Prozent-Aktionär der Immofinanz aktuell andere Prioritäten für die Immofinanz“, erklärte CA Immo.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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