Überschuss eingebrochen
Bilfinger mit lahmen Jahresstart

Der Baukonzern Bilfinger bleibt hinter den Erwartungen. Der Gewinn geht um 30 Prozent zurück – der lange Winter und die schwache Konjunktur machen zu schaffen. Im Gesamtjahr erwartet Bilfinger aber Besserung.
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FrankfurtDer lange Winter und die schleppende Konjunktur haben beim Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger den Gewinn im ersten Quartal geschmälert. Das um Verkaufsgewinne bereinigte operative Ergebnis (Ebita) fiel um 18 Prozent auf 56 Millionen Euro, wie das Mannheimer Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der bereinigte Überschuss brach sogar um gut 30 Prozent auf 29 Millionen Euro ein.

„In allen Segmenten ist festzustellen, dass nach wie vor fehlende konjunkturelle Impulse in Europa zu einer Zurückhaltung der Kunden führen“, erläuterte Bilfinger. Außerdem habe die Bausparte unter dem langen Winter gelitten. Rund 80 Prozent seiner Leistungen erzielt der Konzern in Europa, diese ging in den ersten drei Monaten insgesamt um vier Prozent auf 1,87 Milliarden Euro zurück. In Skandinavien, Großbritannien und Nordamerika sei die Nachfrage zufriedenstellend gewesen.

Die Zahlen lagen allesamt etwas unter den Erwartungen der von Reuters befragten Analysten, die im Schnitt mit einer Leistung von 1,94 Milliarden Euro und einem Ebitda von 60 Millionen Euro gerechnet hatten. Dementsprechend notierten die Bilfinger-Aktien zu Handelsbeginn knapp ein Prozent im Minus.

Im Jahresverlauf erwartet Bilfinger aber eine Besserung der Konjunktur und hält deshalb auch an seinen Prognosen fest. Das um Veräußerungsgewinne und akquisitionsbedingte Abschreibungen bereinigte Ebitda und der bereinigte Überschuss „werden im laufenden Geschäftsjahr bei höherer Marge erheblich steigen“, hieß es im Quartalsbericht.

„Die Erreichung der Prognosen ist möglich, aber herausfordernd„, sagte Vorstandschef Roland Koch am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Sie erfordere eine Kraftanstrengung aller Mitarbeiter, es gebe „nicht viele Reserven“. Bilfinger setzt dabei auf Nachholeffekte, weil einige Projekte wegen des langen Winters im ersten Quartal auf Eis gelegt wurden. Außerdem sei eine Besserung der konjunkturellen Lage in Sicht, erläuterte Koch. „Wir sehen gute Voraussetzungen, Aufträge mit besseren Margen zu gewinnen"“ sagte der Vorstandschef. Vor allem im größten Geschäftsfeld Industrial und im Wachstumssegment Power erwarte er einen Anstieg der Leistung und einer Verbesserung der operativen Rendite (Ebita-Marge) im Gesamtjahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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