Unternehmensberater
Ernst & Young wächst trotz Preiskampf

Im Kampf mit Konkurrenten wie KPMG und PwC sind die Preise zwar gesunken. Ernst & Young wächst im abgelaufenen Geschäftsjahr dennoch. Die Wirtschaftsprüfung allein ist dafür allerdings nicht verantwortlich.
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FrankfurtDie Steuerberater laufen den Wirtschaftsprüfern bei Ernst & Young in Deutschland allmählich den Rang ab. Während die Abschluss- und Bilanzprüfer unter dem Preiskampf in der Branche leiden, wuchs das Geschäft mit der Steuerberatung von Unternehmen und bei Übernahmen im Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende Juni) um mehr als neun Prozent, wie der Vorsitzende der Geschäftsführung von Ernst & Young in Deutschland, Georg Graf Waldersee, am Dienstag in Frankfurt sagte.

Die Steuerberatung machte damit 35,9 Prozent, die um 1,5 Prozent geschrumpfte Wirtschaftsprüfung nur noch 36,1 Prozent des Umsatzes von 1,22 Milliarden Euro aus. Deutschlandweit und weltweit stieg der Umsatz um sieben Prozent.

Lukrativer sind Steuer- und Transaktionsberatung überdies, wie Graf Waldersee sagte. 2012/13 könnte der Umsatz der Steuerberater und -juristen die Erlöse der Wirtschaftsprüfer sogar überrunden. In der Transaktionsberatung, die 2011/12 trotz der Flaute bei Firmenübernahmen und Börsengängen um mehr als ein Fünftel wuchs, komme Ernst & Young der Appetit chinesischer Unternehmen auf deutsche Firmen zugute.

Insgesamt rechnet Ernst & Young Deutschland 2012/13 wieder mit einem Umsatzwachstum von sieben Prozent - wie schon in den ersten vier Monaten. Anders als etwa in Frankreich prüft Ernst & Young hierzulande vorwiegend große Mittelständler, die Bilanzen der Großkonzerne teilen sich die Rivalen KPMG und PwC. Bei großen Ausschreibungen seien die Preise zum Teil um mehr als zehn Prozent gedrückt worden, berichtete Graf Waldersee. "Die Finanzvorstände sind sich aber bewusst, dass es Untergrenzen gibt", fügte er hinzu.

Bei Neueinstellungen drückt Ernst & Young etwas auf die Bremse. Nur noch 1000 bis 1200 Neuzugänge wolle das Unternehmen in diesem Geschäftsjahr anheuern, sagte der Firmenchef. "Wir müssen uns an die Konjunkturentwicklung anpassen." 2011/12 waren es noch 1600 Einstellungen, die die Mitarbeiterzahl um knapp 700 auf 7700 nach oben trieben.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Jetzt mal ehrlich:
    Ein Unternehmensberater wird doch in der Regel von der Geschäftsleitung beauftragt. Beim Vorgespräch bekommt der Unternehmensberater einen ersten Eindruck, welchen Kenntnisstand sein Gesprächspartner von der anstehenden Problematik hat und wofür der bereit ist Geld auszugeben. Dementsprechend werden Lösungsvorschläge präsentiert. Ob die angebotenen Lösungsvorschläge praktikabel sind oder nicht ist für die Nebensache.

  • @ The_Prodigy: Kann ich so unterschreiben. Die Beratung ist eine hoch anspruchsvolle Branche, ich selbst kann dies aus meinem Berufsaltag als IT Consultant nur bestätigen. Die meisten Leute (und leider auch viele Klienten) haben keine Vorstellung von der immensen Arbeit die man dort aufwendet! Beraten ist kein Beruf, es ist eine Lebenseinstellung sagte einst ein Dozent von mir - und er hatte Recht.

  • Bitte etwas differenzieren. Hier ist die Rede vom WPs/StBs und dem M&A-Geschäft. Die Arbeit der WPs endet meistens in einem Bestätigungsvermerk und die der StBs in einer quantitativ messbaren Steuerersparnis. M&A leitet Unternehmensübernahmen und -fusionen ein und betreut diese. Der Unterschied zu den Unternehmensberatern ist gewaltig, wobei viele einfach nicht differenzieren.

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