Unternehmensberatung
Deloitte im Angriffsmodus

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Consulting hat Wirtschaftsprüfung als Zugpferd abgelöst

Bei Deloitte hat das Consulting bereits die klassische Wirtschaftsprüfung als umsatzstärkste Sparte abgelöst. Die Managementberatung steigerte die Gesamtleistung um 36 Prozent auf 440 Millionen Euro. Die Wirtschaftsprüfung legte um 27 Prozent auf 397 Millionen Euro zu. Hier profitierte Deloitte aber weniger von neuen Mandaten für Bilanz-Testate, sondern von den prüfungsnahen Beratungsleistungen. Dazu zählen die Bewertung von Risiken für Unternehmen, beispielsweise durch den Brexit oder durch Cyber-Attacken.

Plendl positioniert Deloitte als Spezialisten für die digitale Transformation und als Multi-Dienstleister. Für die Consultingsparte rechnet er im laufenden Geschäftsjahr mit einem weiteren Wachstum von 20 Prozent. Insgesamt will Deloitte in Deutschland um mindestens zehn Prozent zulegen. Dazu sollen alle Geschäftsbereiche beitragen, also auch die Steuer- und Rechtsdivision, die zuletzt um ein Viertel auf 246 Millionen Euro zulegte, sowie das Geschäft Financial Advisory, das um 53 Prozent auf 253 Millionen Euro wuchs. Hier profitierte Deloitte von der Beratung bei Übernahmen und von der Forensik, beispielswiese der Wiederherstellung gelöschter Daten zur Aufklärung von Kriminalität in Unternehmen.

Die stärkste Nachfrage kam für Deloitte aus dem Automobilsektor, wo sich die Kunden auf die Ära des Elektroautos und des autonomen Fahrens ausrichten. Aber auch Banken und Versicherungen erwiesen sich erneut als volumenstarke Auftraggeber. Aktuell hat Deloitte etwa einen Großauftrag aus dem Versicherungssektor über 35 Millionen Euro hinzugewonnen. Dabei geht es um die operative Umsetzung einer neuen Digitalstrategie.

Das Geschäft mit den Finanzsektor will Deloitte durch einen Zukauf weiter ausbauen. Plendl kündigt die Übernahme des Frankfurter IT-Spezialisten SCDM an. Die Firma ist mit 150 Mitarbeitern auf Datenanalyse in Bilanzprüfverfahren spezialisiert. Mit ihrer Software können für Banken und Versicherungen beispielsweise Fonds automatisiert und jeden Tag geprüft werden. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. 

Im klassischen Geschäft mit dem Testieren von Bilanzen gelingen den „Big Four“ der Branche keine großen Sprünge mehr. Hier geht es eher um Umverteilung von Marktanteilen und Mandaten. Das wird auch in den kommenden Jahren so bleiben, erwartet Deloitte-Deutschlandchef Plendl. „Die weltweite Dynamik in unserem Geschäft kommt nicht aus der Wirtschaftsprüfung“, sagt er. Dennoch bleibe es für Deloitte weiter ein wichtiges Kerngeschäft.

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