Unternehmensberatung
Deloitte im Angriffsmodus

Deloitte-Chef Martin Plendl dreht auf: Binnen drei Jahren er will die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft mit größeren Konkurrenten auf Augenhöhe bringen – und kauft dafür weiter zu.
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FrankfurtDie viertgrößte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deutschlands zu sein, das reicht Martin Plendl nicht. Der Deutschlandchef von Deloitte ist nicht zufrieden. Sein Ziel: Bis 2020 will er zu den drei großen Konkurrenten PWC, EY und KPMG aufschließen  – mehr noch: Mindestens einen der Wettbewerber will Deloitte hinter sich lassen.

Diese Kampfansage an die Konkurrenz gab Plendl am Freitag bei der Vorstellung der Jahresergebnisse bekannt. Deloitte ist beflügelt von dem anhaltend starken Wachstum. Im Geschäftsjahr 2016/17 (zum 31. Mai) stieg der Umsatz in Deutschland um 28 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro. Wird die bis zum Bilanzstichtag erbrachte Leistung aus weiterlaufenden Projekten mit eingerechnet, ergibt sich ein Wachstum von 34 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Wie andere Prüfungsunternehmen auch wird sich Deloitte künftig an dieser Gesamtleistung orientieren.

Damit legten die Wirtschaftsprüfer deutlich stärker zu als der gesamte Markt. Das Branchenvolumen wuchs im vergangenen Jahr nach Berechnung der Marktforscher von Lünendonk um sechs Prozent auf rund 13 Milliarden Euro. Dabei zeigte sich, dass die vier großen Anbieter mehr Marktanteile hinzugewinnen. „Die Schere zwischen den Big Four und den übrigen Marktteilnehmern geht weiter auseinander“, sagt Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk.

Doch bis zum Marktführer ist es für Deloitte noch ein weiter Weg: Die Nummer eins PWC etwa kam 2015/16 auf eine Gesamtleistung von 1,9 Milliarden Euro. Wie stark PWC zuletzt gewachsen ist, ist noch nicht bekannt. Plendl wird eher die Nummer drei des deutschen Marktes im Visier haben: KPMG. Deren Gesamtleistung stieg 2015/16 um sechs Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Aktuelle Zahlen für das jüngste Geschäftsjahr von KPMG liegen noch nicht vor.

Mit dem Erfolg des zurückliegenden Jahres im Rücken gibt sich Plendl gewohnt selbstbewusst. „Wir sind führend beim Wachstum und wollen dies auch bleiben“, sagte er. Tatsächlich hat Deloitte in den vergangenen Jahren wie keine anderer Wettbewerber zugelegt: Die Gesamtleistung verdoppelte sich zwischen 2013 und 2017. Beigetragen hat dazu vor allem das Geschäft mit Managementberatung, das bei allen großen Prüfungsgesellschaften immer stärker ins Zentrum rückt.

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