Urlaub am Mittelmeer

Weniger Tourismus durch Terrorismus

Anschläge und politische Krisen in beliebten Urlaubsregionen belasten die Tourismusbranche. Das wichtige Sommergeschäft war in diesem Jahr alles andere als ein Selbstläufer. Doch es gibt auch gute Nachrichten.
Nach dem Putschversuch kehren Urlauber der Türkei den Rücken. Quelle: dpa
Leere Strände in Antalya

Nach dem Putschversuch kehren Urlauber der Türkei den Rücken.

(Foto: dpa)

Frankfurt/MainVolle Strände an Nord- und Ostsee, leere Hotels in der Türkei: Verunsichert durch Anschläge und politische Krisen haben die Bundesbürger in diesem Sommer manch klassische Urlaubsziele gemieden. Das hinterlässt Spuren in der Bilanz der zu Ende gehenden Sommersaison. Auf sieben Prozent beziffern die Konsumforscher von der GfK den Rückgang beim Buchungsumsatz in den Reisebüros. Dabei sind die Bundesbürger alles andere als reisemüde. „Insgesamt wird nicht weniger gereist“, sagt Dörte Nordbeck von der GfK.

Viele Sonnenhungrige entschieden sich in diesem Sommer für Spanien, Portugal oder Urlaub im eigenen Land statt für die Türkei oder Ägypten. Allen voran Spanien erlebte einen nie da gewesenen Ansturm. Sonne und Strand lockten allein im August nach Angaben der Statistikbehörde INE 10,1 Millionen ausländische Touristen nach Spanien. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres registrierte das Land einen Rekord von 52,5 Millionen Besuchern – gut zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei Deutschen steht die Costa del Sol und Co. ohnehin seit Jahren an der Spitze der beliebtesten Urlaubsziele.

Griechenland lag nach Angaben des Branchenverband DRV in diesem Sommer ebenfalls im Trend. Das Geschäft mit der Türkei brach nach Terroranschlägen und dem gescheiterten Putsch hingegen ein.

Die Tourismus-Flaute
Tourismus in Kemer
1 von 7

Ein leerstehendes Ladenlokal in der Einkaufsstraße „Liman Caddesi“ im türkischen Urlaubsort Kemer.

Socken zu verkaufen
2 von 7

Ein Schild mit der Aufschrift „Zu Vermieten“ hängt an einem leerstehenden Ladenlokal. Benachbarte Läden haben ihre Verkaufsstände davor gestellt.

Leere Strände
3 von 7

Nur wenige Touristen sind an einem Badestrand zu sehen.

Halil
4 von 7

Sonst betreibt er fleißig seinen Verleih für Wassersport. Jetzt schlägt er mit seinen zwei Kollegen am Stand die Zeit tot.

„Das ist eine Katastrophe für das Land“
5 von 7

Ein einsamer Urlauber: Gert Wöllhaf aus Baden-Württemberg.

Cemal Sahin Iyicil
6 von 7

Der Restaurantbesitzer regt sich mehrere Male während des Gesprächs über die derzeitige Lage in Touristengebieten auf.

Im Hafen
7 von 7

Die Strandpromenade und der Yachthafen in Kemer. Auch die Yachtbesitzer hatten an diesem Tag anscheinend keine Lust auf einen Ausflug.

„Reiseströme verschieben sich insbesondere von Nordafrika und vom östlichen ins westliche Mittelmeer“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, Michael Frenzel jüngst. Das hinterlässt Spuren, zum Beispiel bei Fluggesellschaften: „Airlines klagen über hohe Flugkapazitäten, die mangels Betten nicht voll ausgelastet werden können“, erläuterte Frenzel.

Auch Veranstalter merken die Verschiebungen. Zwar konnte Branchenprimus Tui einen herben Buchungseinbruch bei Türkei-Reisen mit Angeboten für andere Ziele im Sommer insgesamt mehr als wettmachen. In Deutschland verkauften die Hannoveraner allerdings zwei Prozent weniger Pauschalreisen als im Vorjahr.

Besonders Öger Tours spürt Buchungsflaute
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Urlaub am Mittelmeer - Weniger Tourismus durch Terrorismus

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%