Urlaubskonzern Investitionen in Hotels und „Mein Schiff“ zahlen sich aus – Tui halbiert Verlust

Europas größter Reisekonzern überrascht vor Beginn der Hauptversammlung mit guten Ergebnissen. Doch dem Vorstandschef ist das nicht genug.
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Während die konzerneigenen Hotels und Kreuzfahrtschiffe ihren um Sonderposten bereinigten operativen Gewinn (Ebita) steigerten, wuchs der operative Verlust im Veranstaltergeschäft von Tui. Quelle: dpa
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Während die konzerneigenen Hotels und Kreuzfahrtschiffe ihren um Sonderposten bereinigten operativen Gewinn (Ebita) steigerten, wuchs der operative Verlust im Veranstaltergeschäft von Tui.

(Foto: dpa)

HannoverDer Reisekonzern Tui verkraftet die Pleite des Ferienfliegers Niki besser als erwartet. Wie Vorstandschef Fritz Joussen am Rande der Hauptversammlung in Hannover berichtete, halbierte sich der Betriebsverlust (Ebita) im zurückliegenden Weihnachtsquartal auf 25 Millionen Euro.

In den Monaten Oktober bis Dezember schreiben Reisekonzerne üblicherweise operative Verluste, vor zwei Jahren hatte Tui in seinem ersten Firmenquartal allerdings noch ein Minus von fast 90 Millionen Euro verbucht.

Auch Analysten, die im Schnitt für das abgelaufene Quartal einen Betriebsverlust von 43 Millionen Euro erwartet hatten, zeigten sich überrascht. Rückenwind erhielt Joussen durch den Verkauf von drei Riu-Hotels, die einen Sondergewinn von 38 Millionen Euro in die Kasse brachten. Die Aufwendungen für die Niki-Pleite bezifferte der Reisekonzern dagegen auf 20 Millionen Euro.

Tui musste nach dem Ausfall des Ferienfliegers nicht nur auf eigene Kosten Ersatz für Flugreisende finden. Durch die Insolvenz platzten zudem lukrative Charterverträge, in denen die Airline-Tochter Tuifly dem Air-Berlin-Ableger Niki sieben Flugzeuge zur Verfügung gestellt hatte. Diese Maschinen werden inzwischen an Eurowings verchartert – allerdings zu für Tui schlechteren Konditionen.

Nach dem Abschluss des ersten Quartals – das Tui-Geschäftsjahr beginnt im Oktober – bestätigte Joussen die Planungen für das Gesamtjahr. Danach soll der Umsatz um etwa drei Prozent steigen, der Betriebsgewinn um mehr als zehn Prozent. „Die Hälfte des Ertragszuwachses erwarten wir durch die Digitalisierung unseres Geschäfts“, sagte Joussen.

Zum einen sollen die Daten von 20 Millionen Kunden in der Cloud gespeichert werden, um ihnen maßgeschneiderte Angebote unterbreiten zu können. Zum anderen verwaltet Tui die weltweiten Hotelkapazitäten über die Blockchain. Damit kann sie der Konzern stets dort anbieten, wo Urlaubsgäste bereit sind, die höchsten Preise für die Unterkünfte zu bezahlen.

Grund zum Optimismus sieht Joussen vor allem aufgrund der Buchungszahlen im Januar. So sei die Zahl der Buchungen um sechs, der damit verbundene Umsatz um acht Prozent gestiegen. Insbesondere Kroatien und Bulgarien seien gefragt. „Unsere Strategie ist erfolgreich“, erklärte Tuis Vorstandschef. „Der Fokus liegt auf Hotels und Kreuzfahrten. Wir sind heute Entwickler, Investor und Betreiber – statt wie früher Händler.“

Tatsächlich zahlen sich die hohen Investitionen der Hannoveraner in Hotels und Kreuzfahrschiffe aus. So verdoppelte sich im ersten Quartal der Betriebsgewinn (Ebita) der Hotels und Ressorts auf 94,4 Millionen Euro. Bei den Kreuzfahrtschiffen ging er um ein Drittel auf 37,5 Millionen Euro nach oben. Wohl auch ein Grund, weshalb Tui nun den Bau eines weiteren Luxusliners bekannt gab. Die „Mein Schiff 7“, die Platz bietet für 2894 Passagiere, soll 2023 von der Meyerwerft im finnischen Turku übergeben werden.

Zudem will Joussen zusätzlich in ein weiteres Segment investieren: die Betreuung der Kunden in den Urlaubsgebieten. Der sogenannte Zielgebietsservice, der Gästebetreuung, Transfers, Aktivitäten und Ausflüge in den Urlaubsdestinationen umfasst, soll als strategisches Wachstumsfeld umgebaut werden. „Wir sehen hier ein großes Potenzial, mit der Stärke und flächendeckenden Präsenz der Marke Tui zu wachsen“, erklärte Joussen.

Im vergangenen Jahr bereits steigerte Tui hier sein Betriebsergebnis um ein Viertel auf 38,4 Millionen Euro. Neue Dienstleistungen, unterstützt durch ein aktives Datenmanagement, sollen die Sparte nun weiter kräftig wachsen lassen.

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