US-Baufinanzierer
Ex-Pleitebank Fannie Mae macht Rekordgewinn

Die Schwesterunternehmen Fannie Mae und Freddie Mac mussten in der Krise des US-Finanzsystems mit Milliarden gerettet werden. Nun hat sich der US-Häusermarkt erholt – und die Milliarden an Staatsgeldern fließen zurück.
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WashingtonFast fünf Jahre nach dem Beinahekollaps des Finanzsystems ist einer der Hauptbeteiligten wieder oben auf. Der mit Steuergeldern gerettete US-Baufinanzierer Fannie Mae vermeldete für das vergangene Jahr den höchsten Gewinn seiner Firmengeschichte. Das immer noch im Staatsbesitz befindliche Unternehmen verdiente unterm Strich 17,2 Milliarden Dollar (13,4 Milliarden Euro). Im Jahr 2011 hatte Fannie Mae noch einen Verlust in ähnlicher Größenordnung verbucht. An der Börse legten die Aktien des Konzerns daraufhin um mehr als 17 Prozent zu.

Als Grund für die Wende führte Fannie Mae am Dienstag vor allem die Erholung auf dem US-Häusermarkt an. Die Preise für Eigenheime haben angezogen und die Hausbesitzer zahlen ihre Kreditraten wieder zuverlässiger. Diese Entwicklung war bereits den privaten Banken zugute gekommen. „Wir gehen davon aus, dass wir auch in den kommenden Jahren starke Gewinne einfahren werden“, erklärte Firmenchef Timothy Mayopoulos in Washington. Für 2012 seien keine außerordentlichen Steuereffekte gebucht worden, die sich theoretisch auf bis zu 59 Milliarden Dollar belaufen könnten.

Fannie Mae und das Schwesterunternehmen Freddie Mac spielen bei der Stabilisierung des US-Häusermarkts eine entscheidende Rolle. Sie sichern indirekt den Großteil der Hypotheken im Land ab. Deshalb hatte die Regierung die beiden Baufinanzierer in den Turbulenzen des Krisenjahres 2008 aufgefangen. Auch dem kleineren Schwesterinstitut Freddie Mac geht es wieder besser. Dieser kam 2012 auf einen Rekordgewinn von elf Milliarden Dollar.

Ein Teil der Gewinne fließt nun nach Washington, um die Schuld zu tilgen. Langfristig ist angedacht, die staatliche Baufinanzierung auf neue Beine zu stellen.

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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  • Nur gemach.

    Nach IFRS müssen assets, hier die ausgegebenen Hypotheken nach Marktwert bewertet werden. In der Subprime-Krise war der Markt für Häusle-Hypotheken total zusamengebrochen. Die assets mußten auf ziemlich irreale Werte abgeschrieben werden, was zu Verlusten führte die den Hypothekenbanken das Genick brachen.

    Nun hat sich der Markt beruhigt, es kommen wieder annähernd reale Preise zustande, die allerdings noch weit von den wünschenswerten 90 % entfernt sind, aber immerhin. Die Banken können ihre Bewertungen wieder anheben, was zu schönen Buchgewinnen führt.

    Das ist im doppelten Sinne Papiergeld, sonst nichts.

  • Wie die Sache wirklich läuft kann man im Internet unter:
    'Bankster - Der Tanz der Geier'' abrufen!

  • Ja wunderbar! Und die Erde ist eine Scheibe!

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