Visa kauft Visa Europe
Der 21-Milliarden-Euro-Deal ist besiegelt

Der US-Kreditkartenanbieter Visa kauft für bis zu 21,2 Milliarden Euro das vor Jahren abgespaltene Europa-Geschäft zurück. Der Konzern erhofft sich so eine Stärkung seiner Position im Wettbewerb mit Mastercard.

New YorkJahrelange Spekulationen von Analysten haben ein Ende. Visa kauft für bis zu 21,2 Milliarden Euro das vor mehreren Jahren abgespaltene Europa-Geschäft zurück. Damit will der Konzern eine Stärkung seiner Position im Wettbewerb mit dem Rivalen Mastercard erzielen. 16,5 Milliarden Euro in bar und Aktien will Visa sofort an die Banken zahlen, denen die europäischen Schwestergesellschaft derzeit gehört. Bis zu 4,7 Milliarden Euro können zusätzlich fließen - abhängig vom Erreichen bestimmter Ertragsziele, wie Visa am Montag mitteilte. Mehr als 3000 Unternehmen dürften von dem Geschäft profitieren, allen voran nach Einschätzung von Analysten die britische Großbank Barclays. Nach Angaben eines Insiders kann das Institut mit insgesamt bis zu 1,2 Milliarden Euro rechnen.

Im Vorfeld des Visa-Börsengangs 2008 war das europäische Geschäft ausgeschert. Seither verbindet beide Seiten nur ein unbefristeter Lizenzvertrag. Visa Europe hat mehr als 500 Millionen Kreditkarten im Umlauf.

Neben Barclays dürften auch andere britische Geldhäuser, die zusammen auf einen Anteil von rund 40 Prozent kommen, zu den größten Gewinnern zählen. Früheren Informationen zufolge könnten Lloyds, HSBC und die Royal Bank of Scotland bis zu 7,3 Milliarden Euro zufließen. Bei den deutschen Instituten dürfte der Geldregen deutlich geringer ausfallen. Insgesamt richten sich die Erlöse beim Verkauf nach dem Umsatzanteil, den die einzelnen Banken beisteuern.

Visa legte am Montag auch Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vor. Das Nettoergebnis stieg bis Ende September um 41 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Die Einnahmen legten währungsbereinigt um 13 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn blieb aber leicht unter den Erwartungen der Analysten. Die Visa-Aktie tendierte knapp drei Prozent leichter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%