Vorwürfe gegen Uber
Mit kriminellen Chauffeuren unterwegs

Vergewaltiger, Betrüger, Mörder: Dank lascher Sicherheitskontrollen fahren Straftäter Kunden durch Kalifornien. So jedenfalls steht es in einer Anklageschrift, die dem Taxivermittler Uber ins Haus flatterte.
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San FranciscoGegen die Taxi-App Uber werden schwere Vorwürfe erhoben. Nach Unfällen, tätlichen Übergriffen sowie Klagen und Anzeigen gegen Uber-Fahrer ist das Sicherheitsimage des mit 50 Milliarden Dollar teuersten Start-ups der Welt schwer angekratzt.

Eine Klage gegen Uber wegen unlauterem Geschäftsgebaren wurde schon im Dezember angestrengt. Die harmlosesten Vorwürfe sind dabei noch das Abkassieren von Flughafengebühren, die aber gar nicht angefallen sind oder die Erhebung einer angeblichen „Sicherheitsgebühr“, die der Überprüfung der Vergangenheit von angehenden Fahrern dienen soll, nach Ansicht der Kläger aber genau das nicht macht.

Jetzt liegt eine erweiterte Fassung der Anklageschrift der Öffentlichkeit vor - und sie enthält brisante Zusatzdetails. Penibel werden Vorstrafen von 25 Fahrer aufgezählt und wie sie sich durch die Kontrollen schmuggeln konnten. Die Vergehen sind teilweise massiv, von Mord über sexuelle Übergriffe gegen Minderjährige und bewaffnete Überfälle bis Kidnapping oder Betrug ist alles dabei. Bußgelder für Fahren mit abgelaufenem Führerschein oder ohne Versicherung scheinen da schon fast harmlos.

Der Vorwurf, den San Franciscos oberster Staatsanwalt George Gascon dem Unternehmen aus San Francisco macht: Man hätte es wissen können, wenn man gewollt hätte. Ubers System zur Überprüfung der Fahrer habe „riesige Lücken“. Zum Beispiel, wenn Fahrer mit einer (gut gemachten) falschen Identität auftreten.

Der Grund dafür sei einfach zu erklären. Anders als für die Taxifahrer der Stadt verpflichtend, nehme Uber keine Fingerabdrücke der Bewerber und verlasse sich auf öffentlich zugängliche Daten. Dadurch, so Gascon auf einer Pressekonferenz, blieben zum Beispiel alle Sexualstraftaten verborgen, die länger als sieben Jahre her seien. Außerdem seien rund 30.000 registrierte Sexualstraftäter in Kalifornien nicht über die öffentlichen Register abrufbar. Mit einer Fingerabdruck-Überprüfung würden alle Straftaten sichtbar und falsche Identitäten leichter aufgedeckt.

Uber verteidigt sich und kritisiert vor allem das angeblich so sichere kalifornische Verfahren: Während man in einer Erklärung zugibt, dass „kein System zu 100 Prozent perfekt sei“, wird auf rund 1000 Fahrer hingewiesen, die sich angeblich als lizensierte Taxi- oder Limousinen-Fahrer beworben hätten und die man wegen Vorstrafen abgewiesen habe. Zudem liefere das „Live Scan“-System für Fingerabdrücke auch negative Treffer, selbst wenn Menschen beschuldigt, aber nie angeklagt oder verurteilt wurden. Das könnte diskriminieren.

Auch den Vorwurf mit den sieben Jahren lässt der Dienst so nicht stehen: Der kalifornische Gesetzgeber selbst habe diese Frist als angemessene Balance zwischen Schutz der Öffentlichkeit und dem Recht auf Resozialisierung festgelegt.

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Expansion ohne Rücksichte auf Verluste

Kommentare zu " Vorwürfe gegen Uber: Mit kriminellen Chauffeuren unterwegs"

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  • Der Fisch stinkt vom Kopf her.

    Und das ist nun mal der CEO Kalanick..

    Zitat SPIEGEL: Bei einem Sympathie-Wettbewerb gegenüber einer Landmine würde Kalanick klar verlieren.

    Und die Uber-Investoren sind natürlich auch die üblichen Verdächtigen, wenn es eklig wird: Amazon, Goldman Sachs & Co.

    Was will man hier anderes erwarten außer Kriminalität und hässlichen Geschichten?

    Gegen Kalanick liegen in verschiedenen Staaten Haftbefehle vor. Frankreich z. B. hat Uber verboten.

    Nur Deutschland hängt natürlich hinterher.

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