Warsteiner
„Die Kunden sind verunsichert“

Der Legionellen-Befall im Abwasser von Warsteiner hat Fragen nach der Unbedenklichkeit des Bieres aufgeworfen. Das Unternehmen reagierte sofort und klärte auf. Das Schlimmste konnte so offenbar verhindert werden.
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DüsseldorfEs ist wohl der Albtraum eines jeden Nahrungsmittelproduzenten: Potenziell tödliche Bakterien werden mit dem Produkt in Verbindung gebracht. Die Brauerei Warsteiner steckt gerade mittendrin in diesem Alptraum. Seit einigen Wochen kämpft die Stadt Warstein mit Legionellen-Befall. Die Bakterien waren über die Klärbetriebe bis zu einer Firma gelangt, über dessen Kühlanlage sie mit dem Wasserdampf in die Luft gelangten. 165 Menschen erkrankten seit August, zwei von ihnen starben. 

In den letzten Tagen stellten die Behörden fest, dass auch in den Vorkläranlagen der Brauerei Legionellen gefunden worden. Die Suche nach der Verursacherquelle geht jedoch weiter.

Das Bier sei aber nicht befallen, versicherten das NRW-Umweltministerium und die Brauerei. Es werde während der Produktion auf fast 100 Grad erhitzt. Die Bakterien sterben bei über 60 Grad ab.

Dennoch: „Die Kunden im Getränkehandel sind verunsichert“, sagt Sepp Gail vom Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels im Gespräch mit Handelsblatt Online. Einen spürbaren Rückgang im Fachhandel haben die Mitglieder des Verbandes jedoch noch nicht beobachten können. Auch bei der Supermarktkette Rewe stelle man allenfalls „eine gewisse unbegründete Zurückhaltung der Kunden beim Abverkauf von Warsteiner Bier fest“, heißt es von dem Unternehmen. Aber auch Rewe beteuert, dass das Produkt „völlig unbedenklich“ sei. 

Die Fachhändler klären ihrerseits mit Hinweisschildern an den Warsteiner-Kästen über die Unbedenklichkeit der Produkte auf. Die Brauerei selbst hat eine Hotline eingerichtet und verschickt ein Gesundheitszertifikat zu den Produkten. „Wir können versichern, dass die von uns eingesetzten Rohstoffe bzw. hergestellten Produkte nicht mit Legionellen belastet sind“, heißt es darin.

Warsteiner ist auch durch das soziale Netzwerk Facebook und über den Kurznachrichtendienst Twitter mit seinen Kunden in Kontakt getreten. Direkt auf der seiner Homepage informiert das Unternehmen zudem über „Neue Erkenntnisse in der Legionellen-Thematik“. 

Hygiene-Experte kamen inzwischen zu dem Schluss, dass in Vorkläranlagen, in denen Hefe-belastete Abwässer anfallen, Legionellen offenbar besonders gute Bedingungen finden. Bislang sei aber in der Wissenschaft kein Zusammenhang zwischen Brauereien und Legionellen bekannt.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • Das in der Brauerei verwendete Wasser muss - wie auch Trinkwasser - mit der Ultrafiltration von Legionellen befreit werden. Dann gibt es das Legionellenproblem im Abwasser nicht.

  • Da die Premiumsuppe überall gleich schmeckt, kann man ja schnell wechseln.

  • Wer war eigentlich der letzte, der das gesamte Wissen seiner Zeit überblickte? Wahrscheinlich Isaac Newton (1642 - 1726). Seitdem ist der Wissensschatz exponentiell gewachsen. Immer mehr Leute verstehen jedoch immer weniger. Aber mitreden wollen heute alle bei allem. Ob's was nützt?

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