Werbebranche
Milliardenfusion steht auf der Kippe

Mögliche Steuertricks bedrohen die geplante Milliardenfusion des US-Konzerns Omnicom mit dem französischen Unternehmen Publicis. Die Politik hat die Pläne der Unternehmen nun stärker unter die Lupe genommen.
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LondonIn der Werbebranche steht eine Milliardenfusion auf der Kippe. Beim geplanten Zusammenschluss des US-Konzerns Omnicom mit dem französischen Unternehmen Publicis rege sich wegen möglicher Steuertricks Widerstand in der Politik, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren Personen, die mit dem Deal vertraut sind. Die EU-Kommission hatte den Weg für die rund 26 Milliarden Euro schwere Fusion zur weltgrößten Werbefirma zwar schon im Januar freigemacht. Bisher hätten aber die britischen und niederländischen Steuerbehörden noch kein grünes Licht gegeben. Der neue Konzern soll seinen Sitz in den Niederlanden haben und seine Steuern in Großbritannien zahlen.

Sollte die Zustimmung der Steuerbehörden ausbleiben, sei der gesamte Deal gefährdet, hatte Omnicom-Chef John Wren am Mittwoch gesagt. Wren selbst hatte 2013 die jährliche Steuerersparnis durch die Fusion mit rund 80 Millionen Dollar veranschlagt. Steuer-Experten betonten, dass die Behörden in Großbritannien und den Niederlanden bei ähnlichen Modellen zuletzt keinen Einspruch gehabt hätten, weil sie selbst profitierten.

Aber nach den Worten eines Insiders arbeiteten die Ämter hier überraschenderweise nicht zusammen, um eine Lösung zu finden - wohl wegen des politischen Drucks. „Die mangelnde Kooperation zwischen den britischen und niederländischen Behörden gefährdet den Deal“, sagte die Person. Ein anderer Insider verwies auf internationale Initiativen der G20-Länder zum Schließen von Steuerschlupflöchern für grenzüberschreitend tätige Konzerne. Ziel der größten Industrie- und Schwellenländer ist es, für eine lückenlose und angemessene Besteuerung von Firmengewinnen weltweit zu sorgen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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