Der Werber-Rat
Alt trifft neu

Was haben die Expo in Mailand und Deutschlands größte Netzkonferenz, die Republica in Berlin, gemeinsam? Herzlich wenig, denken Sie? Mitnichten. Denn beide Messen kreisen um die ganz großen Fragen der Menschheit.
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Die Attraktion der Weltausstellung Expo in Mailand ist eine 37 Meter hohe Konstruktion aus Stahl und Holz. Der sogenannte Albero della Vita ist eine Art Lebensbaum und soll das Thema dieser Expo symbolisieren: „Wie ernähren wir den Planeten?“ Die Skulptur ist eine reife Leistung der Ingenieurskunst. Ich kann das beurteilen, denn ich bin Ingenieurin. Mein Feld ist das Digitale und das Konstruktive – ich war Bauingenieurin und beschäftige mich nun mit der fortschreitenden Digitalisierung. Jetzt kommen meine alte und die neue Welt zusammen. Das Web verbindet Gegenstände mit Gegenständen. Alles wird „smart“. Und so auch die Ingenieurskunst. Eine Riesenchance für Deutschland, dem Silicon Valley die Stirn zu bieten.

Am Dienstag startet in Berlin die Digitalmesse Republica – illuminiert durch die Installation „Internet of Things“, die das Gelände am Kreuzberger Gleisdreieck in den Farben Europas erstrahlen lässt. Alte und neue Welt sind beim Treffen der Digitalen auch die Themen: Ihnen wird eine Einführung in den „Hacktivismus“ unter dem Motto „Fifty Shades of Grey Hat“ präsentiert. Auch die „fünfte Gewalt“ soll beleuchtet werden, als „die Macht der vernetzten Vielen“.

So unterschiedlich die beiden Zusammenkünfte auch sind, eines eint sie: Es geht bei beiden Events um nicht weniger als die großen Themen der Menschheit. In Berlin will man es digital, in Mailand indes eher analog lösen.

Keine Frage, die Kunst des Vernetzens ist überlebenswichtig. Aber eben nicht nur Technik, Maschinen, Apps und Programme, sondern vor allem Menschen, ihre Ideen, ihre unterschiedlichen Hintergründe und Sichtweisen. Digitale Themen sind hervorragend geeignet, um Menschen an einen Tisch zu bringen, die vorher nie miteinander gesprochen haben.

In Berlin, in Mailand und anderswo müssen wir hellwach sein. Und daher auch mein Appell: Lassen Sie uns Brücken bauen. Digitalisierung ermöglicht das grenzen- und disziplinübergreifende Arbeiten. Digitale Medien vernetzen den Physiker mit dem Agraringenieur, den Konstrukteur mit dem Programmierer, den Entwickler mit dem Marketing und mit dem Kunden. Wenn das gelingt, ist ihr Nutzen für das Geschäft am größten - und wird den Menschen Gutes bringen.

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Franziska von Lewinski
/ Kolumnistin

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