Der Werber-Rat
Arnie is back

Marken können durchaus etwas von Arnold Schwarzenegger lernen. Und zwar: Man kann bewährte Geschichten neu erzählen – in den Formaten der sozialen Netzwerke.
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Haben Sie länger nichts von Arnold Schwarzenegger gehört? Dann sind Sie vielleicht in den falschen Medien unterwegs. Allein mit einer Handvoll Videoclips hat er in den letzten zwölf Monaten mehr als 60 Millionen Abrufe bei Youtube erzielt. Bei Facebook hat er zwölf Millionen Fans, bei Twitter folgen ihm immerhin 3,2 Millionen. Der "Vielleicht-Präsidentschaftskandidat" entwickelt sich zu einer veritablen Größe in den - eher geselligen als - „sozialen“ Netzwerken.

Mister Universum, Conan der Barbar, Terminator oder Gouverneur von Kalifornien? Welches Bild auch immer in Ihrem Kopf mit seinem Namen verbunden ist - es war bisher vermutlich nicht das des begnadeten Digital-Nerds. Aber der „Gouvernator“ zeigt nach dem Ende seiner Amtszeit, wie sich in Zeiten von Social Media aus Markenbekanntheit und -profil Kapital schlagen lässt - wenn man versteht, wie und wofür diese genutzt werden.

Wie konnte aus einem Ex-Actionhelden so schnell Arnie 2.0 werden? Relativ simpel: So hat er unter anderem das erfolgreiche Youtube-Format „Will It Blend?“ des Mixer-Herstellers Blendtec mit weit über 200 Millionen Abrufen einfach adaptiert. Bei ihm kommt natürlich nicht ein kleiner Haushaltsmixer als Zerstörer zum Einsatz - mit weniger als einem Panzer gibt sich der Conan-Darsteller in „Will It Crush?“ nicht zufrieden.

Viel simpler das Konzept seiner „Movie Lines“. Weil er erkannt hat, dass viele seiner Filmzitate geflügelte Worte geworden sind - und die Menschen sie suchen, um sie in Texte einzufügen -, hat er sie als Filmschnipsel ohne Inszenierungsaufwand neu aufgenommen. Diese „Catchphrases“ sind Top-Treffer, wenn man die Zitate googelt, denn Fundstücke der Google-Tochter Youtube werden an erster Stelle angezeigt, wenn sie passen. So kommen die gebrüllten fünf Sekunden mit den in den USA bekannten Worten „Put that cookie down - now!“ alleine auf knapp vier Millionen Views.

Ist dem Mann langweilig? Ich glaube nicht. Kürzlich erschien ein Film-Teaser von ihm. Am Sonntag in der Superbowl-Werbeshow hieß es dann endgültig „He’s back“ - der Trailer zu „Terminator 5“ lief. Seine Digitalpräsenz wird der Vermarktung nicht schaden, vergessen Sie nicht sein Motto: „Hasta la vista, Baby!“

Der Autor: Torben Bo Hansen ist Mitinhaber der Agentur Philipp und Keuntje. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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