Der Werber-Rat
Das Olympia-Logo kann nicht überzeugen

Gleich drei Werbeagenturen haben sich an einer einheitlichen Präsenz für London 2012 abgearbeitet. Doch das Gestaltungskonzept bleibt blutleer. Gut, dass die olympischen Ringe strahlend genug sind.
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Nicht alles, was die Markenexperten entwickelt haben, hält, was es verspricht. Am visuellen Auftritt versuchten sich gleich drei Agenturen. Ein Sturm der Entrüstung ging durch die britische Presse, als vor fünf Jahren das Logo für Olympia 2012 präsentiert wurde. Damit nahm das Unglück seinen Lauf, seitdem haben drei Agenturen ihre Spuren hinterlassen. Das Ergebnis: London schwebt in bunter Vielfalt den Spielen entgegen.

Das Logo sollte mit der olympiaseligen Leichtigkeit früherer Auftritte brechen. Mit seinen kantigen, leicht aggressiv wirkenden, breit interpretierbaren Formen schien es wie gemacht für die junge Zielgruppe. Ursprünglich gedacht als dynamisches, auf neue Technologien setzendes Symbol sollte es vor allem über die neuen Medien verbreitet werden.

Als in einer Online-Petition 40.000 Unterschriften gegen das Logo gesammelt wurden, verließ die Verantwortlichen schnell der Mut. Sie zogen den Multimedia-Stecker. Übrig blieb ein Logo, das ohne eine konzeptionelle Verankerung die Inszenierung der Spiele als Ganzes nicht tragen konnte.

Mithilfe einer zweiten Agentur sollten die Piktogramme auf den richtigen gestalterischen Weg zurückführen. Jene seit 1972 berühmt gewordenen Symbole, die Altmeister Otl Aicher für München entworfen hatte, sollten nun auch den Sportstätten und Disziplinen in London das besondere Flair verleihen. Doch es kam, wie es wohl kommen musste. Unter dem Motto „neues Spiel, neues Glück“ entstand ein Zeichensystem, das sich mehr oder weniger gegen alles sperrt.

Aber ohne ein harmonisches Zusammenwirken und einen Rahmen für all die offiziellen Auftritte ging es nun mal nicht. Also musste eine dritte Agentur her, um dafür zu sorgen, dass London 2012 über alle Kanäle hinweg in einer einheitlichen Form Präsenz zeigt. Für Plakate, Anzeigenmotive, Eintrittskarten, Veranstaltungsorte, Stadien, Banden und Shops, offizielle Flugzeuge und Fahrzeuge wurde so als Klammer ein Gestaltungsraster geschaffen, das endlich zusammenführen sollte, was doch gemeinsam wirken muss.

Bei ihrem Bemühen, den Spielen 2012 einen besonderen Charakter zu verleihen, haben die Macher einen Fehlstart hingelegt. Zu einem gelungenen Auftritt gehört eben mehr als ein Logo, eine Schrift und ein System von Piktogrammen. Damit das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile, braucht es eine Idee, eine klare Handschrift und den Mut, einen einmal eingeschlagenen Weg auch konsequent zu gehen.

Die Marke Olympia strahlt, selbst wenn die grellbunten Inszenierungen bestenfalls Eventcharakter besitzen. In ihrer Schlichtheit und Eindeutigkeit sind die Ringe autark, gelernt, geliebt und begehrt. Was will man mehr.

Die Autorin:

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin. Sie ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Uli Mayer-Johanssen
Uli Mayer-Johanssen
/ Kolumnistin

Kommentare zu " Der Werber-Rat: Das Olympia-Logo kann nicht überzeugen"

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  • es ist sperrig, dass stimmt, aber die Idee den Diskuswerfer von Myron zu verwenden, finde ich eigentlich ganz gut...

  • Das Logo hat nicht nur VTler erreicht, sondern die Mullahs im Iran. Die wollten eigentlich die Teilnahme absagen wegen dem Vorzeichen von Zion.

    wenn man die Zahlen umgekehrt liest und einen umdreht, steht da nunmal Zion. Niemand mit gesunden Augen kann das abstreiten.

    http://www.guardian.co.uk/world/2011/feb/28/iran-london-olympics-logo-zion

  • Und wenn man es passend coloriert sieht es auch noch so aus, wie Lisa Simpson, die Bart Simpson oral befriedigt:-)

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