Der Werber-Rat
Der neue Trend zur Papi-Plauze

Sie sind überall: haarige, von Bier und Pizza gezeichnete Männerbäuche. Hat das Auswirkungen auf die Werbung?
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Es gibt einen neuen Trend, der seit Wochen durch die sozialen Medien wabert. Schauspieler Leonardo DiCaprio gilt als sein wichtigster Vertreter. Der Trend heißt: Steh zu deinem Bauch. Sixpack ist out. Waschbär ist in. Der Trend hat sogar einen Namen: Dad Bod. Soll so viel heißen wie „dieser Körper sieht aus wie die Körper unserer Väter“. Als Männer noch Bier trinken durften statt veganen Smoothies.

Bei Frauen kommt dieser Trend angeblich sehr gut an. Zum einen, weil Frauen ja alle heimlich in ihren Partnern ihren Vater suchen. Zum anderen, weil sie neben einem Partner mit Bauch auf Fotos einfach besser aussehen.

Was bedeutet dieser Trend eigentlich für die Werbung? Futtert sich auch Fußballer David Beckham eine Papi-Plauze an und zeigt sich in der HM-Unterwäschekampagne mit Speckrolle? Werden all die schicken Hollywoodstars aus der Parfum-und Uhrenwerbung jetzt zu dicken Hollywoodstars? Präsentieren sie uns jetzt auf den Hochglanzfotos bemitleidenswerte Knöpfe, die das spannende Hemd in der Körpermitte mühsam zusammenhalten müssen? Ganz sicher nicht.

Weil der Trend zum Dad Bod keiner ist, sondern ganz einfach Realität. Und Werbung hat nicht zwangsläufig mit Realität zu tun. Männer sehen einfach nicht aus wie Hollywoodstars oder Werbemodels. Auch wenn der Druck zur körperlichen Fitness wächst.

Der normale Mann hat nichts dagegen, wie Leonardo DiCaprio auszusehen. Etwas überernährt, haarig und stolz darauf. Der Unterschied ist nur, dass sich um den Kinostar weiterhin gertenschlanke Topmodels scharen. Dafür braucht man leider weiterhin eine Hollywoodkarriere - und nicht nur einen Bauch.

Die Autorin: Britta Poetzsch ist Global Creative Director der Agentur Ogilvy.

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