Der Werber-Rat Der Relaunch des Mario Götze

Mario Götze mag Weltmeister sein – sein Image ist alles andere als weltmeisterlich. Jetzt hat der Jungstar neue Berater. Für Christoph Metzelder ist klar: Die Marke Götze braucht den Wechsel dringender als der Fußballer.
Das Image des Der WM-Siegtorschützen braucht einen Neuanfang. Quelle: dpa
Mario Götze

Das Image des Der WM-Siegtorschützen braucht einen Neuanfang.

(Foto: dpa)

Mario Götze wechselt. Nicht den Verein — dort zeigte er sich kürzlich mit klaren Statements kämpferisch und will sich unter dem neuen Trainer Ancelotti beweisen. Aber er wechselt das Team um sich: sein Management. Nachdem er jahrelang mit der Agentur Sports Total zusammengearbeitet hat, wagt Götze in seiner Beratung einen Neuanfang und setzt dabei auf die Familie.

Dieser unkonventionelle Schritt gleicht einer Re-Professionalisierung. Er überrascht und stellt fundamentale Fragen über die Ursache an den Markt. Denn rein sportlich finden sich in der Zusammenarbeit wenig Kritikpunkte: In Dortmund reifte Götze zum größten europäischen Talent seines Jahrgangs, der Wechsel zu den Bayern war die logische Konsequenz, um zum internationalen Star zu reifen. Mit dem Siegtor im WM-Finale verewigte er sich in der Fußballgeschichte und erlangte sportlichen Heldenstatus.

Aber: Götzes Wahrnehmung in Fußballdeutschland entspricht nicht diesen Leistungen. Viele kleine Mosaiksteine prägen ein negatives Gesamtbild der Persönlichkeitsmarke. Die zeitlich brisante Veröffentlichung des Transfers zu den Bayern. Ein provozierter Ausrüsterstreit, nachdem Götze bei seiner Vorstellung dort ein T-Shirt seines privaten Werbepartners trug. Die ständige Diskussion, ob es ihm neben der ausgeprägten Selbstvermarktung an Professionalität im Sport mangelt. Das Ergebnis: Beim Soccer Star Check 2015 bewerteten die deutschen Fußballfans seinen Markenwert mit dem 23. Platz im Ranking sehr enttäuschend.

So schadet der FC Bayern der Konkurrenz
2016/2017: Mats Hummels
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Zur Saison 2016/2017 wechselt Mats Hummels vom BVB nach München. Weniger als zwei Wochen nach der Veröffentlichung des Wechselwunsches in einer Ad-hoc-Mitteilung des börsennotierten Bundesligisten aus Dortmund ist der Transfer perfekt.

2015/16: Vidal und Costa
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Am meisten Geld geben die Münchner für Arturo Vidal (l.) und Douglas Costa aus, aber auch der Stuttgarter Joshua Kimmich kostet mit geschätzten 8,5 Millionen Euro eine stolze Summe.

2014/15: Robert Lewandowski
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Robert Lewandowski verstärkt die Bayern - und schwächt den BVB. Mehrheitlich bedienen sich die Münchner aber im Ausland.

2013/14: Mario Götze
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Der Wechsel von Mario Götze schockt damals Dortmund. Er ist der prominenteste unter drei Zugängen von anderen Clubs.

2012/13: Claudio Pizarro
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Claudio Pizarro (Bremen), Tom Starke (Hoffenheim), Dante (Mönchengladbach) und Mario Mandzukic (Wolfsburg) sind die vier unter den zehn Zugängen, die von einem Verein aus der Bundesliga kommen.

2011/12: Manuel Neuer
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Acht Spieler werden verpflichtet, darunter Torhüter Manuel Neuer vom vorjährigen Tabellen-14. FC Schalke 04.

2010/11: Luiz Gustavo
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Unter den neun Akteuren ist auch Luiz Gustavo, der im Winter von 1899 Hoffenheim wechselt. Mittlerweile ist er bei Wolfsburg unter Vertrag.

Kurz: Die Marke Götze hat es nie auf ein weltmeisterliches Niveau geschafft. Vielleicht geht es ihm also gar nicht um die Beratung, sondern um eine bessere Wahrnehmung seiner Person. Ob der Sportler Götze einen Relaunch benötigt, darüber streiten sich die Fußballexperten. Die Marke Götze benötigt ihn unbedingt.

Der Autor ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports

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