Der Werber-Rat
Die SPD gewinnt mit Steinbrück an Markenkraft

Unser Bestes ist wieder da: Die SPD gewinnt an Markenkraft. Ihr Dreigestirn formt sich zum Dreizack, der der Kanzlerin manchen Stich versetzen wird.
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Peer Steinbrück wurde zur Angriffsspitze seiner Partei geschlagen. Aus Markensicht, eine notwendige Entscheidung. Die Finanzkrise ist das Feld, auf dem die Wahl entschieden wird. Sie ist und bleibt das beherrschende Thema. Hier ist der ehemalige Finanzminister eine Bank. Die Sorge das mühsam Ersparte zu verlieren, bewegt die Deutschen - auch zur Wahlurne. Steinbrück erlöste den deutschen Sparer schon mal aus der Schockstarre, als er mit der Kanzlerin vor die Kameras trat und verkündete: "Die Sparbücher sind sicher". Diese "Rettungsaktion" hat sich tief in unser nationales Gedächtnis gebrannt und Vertrauenskapital auf Steinbrücks Konto gebucht.

Bisher überließen die Sozialdemokraten der Kanzlerin die Bühne und gewährten ihr zum Inhaberbonus so einen Startvorsprung. Es war höchste Zeit, dass sie den ersten Zug machten und den Wahlkampf eröffneten.

Eine Angreifermarke braucht mehr Öffentlichkeit als der Marktführer, um sich zu profilieren. Dabei bietet die Partei ein Markenversprechen, das auf 91 Prozent Zustimmung stößt: Die Finanzmärkte zu bändigen klingt für alle Wähler vielversprechend und nach sozialer Gerechtigkeit - dem Kernwert der Partei.

Sigmar Gabriel hat die Kraft aufgebracht, Wahrscheinlichkeitsrechnung über persönliche Sehnsucht zu stellen, die Voraussetzung, dass alle drei ihrem Charakter treu bleiben können. Das erhöht ihre Glaubwürdigkeit. Im Schachspiel des Wahlkampfes, ist Steinbrück die Dame, um mit weiten Zügen große Wirkung zu erzielen. Durchaus hilfreich, dass diese Figur vom inoffiziellen König Deutschlands, Helmut Schmidt, persönlich abgesegnet wurde. Gabriel ist der Läufer, der Schneisen schlägt, einen hohen thematischen Bewegungsradius hat, immer auf Angriff gepolt und bereit, jede schwarze Figur vom Feld zu kegeln. Frank-Walter Steinmeier wirkt als stabiler Turm an der Seite des Kandidaten, der zuverlässig Sorge trägt, dass dieser keine offene Flanke bietet.

Erfahrene Finanz-, Außen- und Umweltminister aus besseren Tagen werden zu Markenartikeln ihrer Parteimarke: Unser Bestes ist wieder da. Qualität und Sicherheit. Mit dem Bonus, nicht im Regierungsalltag verhaftet zu sein, kann die SPD Klartext reden.

Die drei Spitzen wirkten entschieden in ihrem Handeln und geschlossen in ihrem Auftritt. Diese Geschlossenheit muss das Gegengewicht zur dominierenden Amtsinhaberin bilden. Das SPD-Dreigestirn formt sich zum Dreizack, der Angela Merkel manchen Stich versetzen wird. Die Marke SPD gewinnt an Kraft.

Der Autor:

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit. Er ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare zu " Der Werber-Rat: Die SPD gewinnt mit Steinbrück an Markenkraft "

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  • HB:
    <….vor die Kameras trat und verkündete: "Die Sparbücher sind sicher". Diese "Rettungsaktion" hat sich tief in unser nationales Gedächtnis gebrannt und Vertrauenskapital auf Steinbrücks Konto gebucht.>
    +++++

    Peer Steinbrück hat mit seiner von ihm verfolgten Politik die große Chance, mit demselben Thema als Kanzler wieder vor die Kameras zu treten mit Sätzen wie:

    „Die Sparbücher sich sicher weg“ oder
    „Die Sparbücher sind sicher, der Inhalt leider nicht“ oder
    „Die Sparbücher sind sicher für die „Solidarität zu Europa“.

    HB:
    <Unser Bestes ist wieder da. Qualität und Sicherheit. Mit dem Bonus, nicht im Regierungsalltag verhaftet zu sein, kann die SPD Klartext reden.>
    +++++

    Ja klar, Rezept gegen die Vereinsamung im Alter: Arbeiten bis 70 oder länger.
    Ja klar, Rezept zur Leistungssteigerung: Leiharbeit, befristete Verträge, höhere Steuern, HartzIV
    Ja klar, Anreize zum Sparen: höhere Besteuerung der Sparleistung, höhere Abgeltungssteuer, höhere Mehrwertsteuer
    Ja klar, Begeisterung und Solidarität für einen europäischen Zentralstaat: Zwangsanleihen, Zwangsabgaben, Solidaritätszuschlag für Europa
    Ja klar, Generationengerechtigkeit: Renten absenken, Erbschaftssteuer kräftig erhöhen
    +++++

    HB:
    Die drei Spitzen wirkten entschieden in ihrem Handeln und geschlossen in ihrem Auftritt.

  • und schon macht die linke Presse fleißig Propaganda "ihr" Kanditat sol ja erfolgreich sein, wenn nicht, wird sich wieder ins Merkelglied eingereiht. Hoch lebe die Pseudodemokratie.

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