Der Werber-Rat
Die Zopf-Brillen-Marke

Können und preußische Disziplin sind seine wichtigsten Ressourcen: Heute wird Karl Lagerfeld 80 Jahre alt. Wir verneigen uns vor seiner Lebensleistung und fragen nach den Gründen seines Markenerfolgs.
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DüsseldorfEr ist der alleinige Herrscher der Modewelt und zieht als 80-Jähriger mehr Blicke auf sich als die Top-Models an seiner Seite. Die Welt kennt ihn beim Vornamen, das gelingt sonst nur dem Papst. Sein Zopf und die dunkle Brille sind sein Markenzeichen. Im Wettbewerb der Persönlichkeitsmarken ist Karl Lagerfeld der Klassenbeste.

Lagerfeld macht den Job seit 1955. Er verleiht Chanel neuen Glanz - und das seit über 30 Jahren. Ein fiktives Interview mit seinen schönsten Sätzen.

Wie fing eigentlich alles an?
Als ich mit 14 nach Paris ging, sagte meine Mutter: "Gut so, Karl, du musst hier raus. Hamburg ist das Tor zur Welt - aber nur das Tor."
Was treibt Sie an?
Je mehr ich arbeite, desto besser sind meine Ideen.
Gibt es ein Erfolgsgeheimnis?
Man kann nichts für die Menschen kreieren, wenn man sich nicht für die Menschen interessiert.
Arbeiten Sie im Team oder im stillen Kämmerlein?
Ich brauche meine Mitarbeiter. Wenn ich sie nicht hätte, wäre ich total verloren. Denn außer zeichnen, ein bisschen reden und die Eisschranktür aufmachen kann ich nichts.
Wie erholen Sie sich von der Arbeit?
Am Fließband stehen, das ist Arbeit. Was ich mache, ist Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund.

Wie wichtig sind Kontinuität und Konstanz?
Nur Dummköpfe ändern ihre Meinung nicht.
Was hat sich verändert in den vergangenen Jahren?
Die Leute wissen heute nichts mehr und müssen alles im Computer nachgucken.
Gibt es etwas, das Sie stört?
Ich hasse perfekte Menschen. Das Leben ist keine Maßschneiderei.
Worin misst sich persönliche Wertschätzung?

Wenn ich jemandem keinen Privatjet wert bin, muss ich auch nicht hin zu dem. Dann bleibe ich lieber zu Hause und lese ein Buch.
Wie wird man zur Persönlichkeit?

Personality begins where comparison ends.
Haben Sie ein Lebensmotto?
Man darf nichts zu ernst nehmen - nur das, was man macht.

Der Autor:

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit. Er ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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