Der Werber-Rat
Dieselgate – nichts bleibt, wie es ist

Nicht nur der VfL Wolfsburg profitiert massiv vom Geld des Volkswagen-Konzerns, VW engagiert sich quer durch die Bundesliga. Nach dem Abgasskandal wird sich das nun allerdings ändern. Eine Chance für andere Autobauer.

Mit den Worten „Wir drehen jeden Stein um“ stellte der neue VW-Chef Matthias Müller vor wenigen Tagen das Sportsponsoring infrage. Als ich nach der Demission von Winterkorn über Facebook die Prognose wagte, dass dies massive Auswirkungen auf das Sportsponsoring haben könnte, waren die Reaktionen unterschiedlich. Von Schadenfreude über die Folgen für den VfL Wolfsburg über Sorge um den Konzern und seine Jobs bis hin zu völligem Unverständnis.

VW sei nur einer von vielen Sponsoren, und Entscheidungen über Sponsoring in Millionenhöhe sei keine One-Man-Show. Mit Sicherheit nicht. Wie überall heißt es jedoch auch in Wolfsburg: Einer – oder einige wenige – geben die Strategie vor!

Winterkorns Vorgänger Pischetsrieder reduzierte konsequent die Spendings nach dem Motto: Raus aus dem Fußball. Erst danach wurde massiv in die Spitze, aber vor allem auch Breite investiert. Damit ist eben nicht nur der VfL Wolfsburg gemeint, der kolportierte 80 Millionen Euro im Jahr erhält. Auch nicht der FC Bayern über die Konzerntochter Audi. VW gehört zu den mächtigsten Sponsoren im deutschen Fußball und engagiert sich in 17 Vereinen sichtbar und unsichtbar von Greuther Fürth über Schalke 04 bis zum DFB-Pokal.

Bei einer noch nicht zu kalkulierenden Schadenshöhe, wird nichts bleiben, wie es ist. Dabei steht auch das Sponsoring auf dem Prüfstand. Der Ansatz, die hochemotionale Sportart Fußball zu nutzen, um die eigenen Produkte aufzuladen, sollte sich nicht ändern. Aber: Eine Fokussierung auf die eigene Erfolgsstory VfL Wolfsburg und die europäische Top-Klub-Strategie mit Audi ist wahrscheinlich.

Die Bandenpräsenz in der halben Republik und Fuhrparks für Profimannschaften wird es künftig nicht mehr geben. Das heißt aber auch: Das kommunikative Territorium Fußball wird für andere Automarken wieder eröffnet.

Der Autor: Christoph Metzelder ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports.

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