Der Werber-Rat
Europäischer Balkan

Die EU macht es richtig, wenn sie die Balkanstaaten an ihren Kernsinn einer Friedensordnung mit wirtschaftlichem Fundament auf dem Kontinent heranführt. Sie jetzt auszugrenzen, wäre eine fatale Fehlentwicklung.
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Jugoslawien war — unter Titos Dampfdeckel — relativ umgänglich. Der dort kultivierte Kommunismus hatte weiche Konturen und unterschied sich von seinen fossilen Varianten. In der Vielvölker-Region gab und gibt es noch immer unverdaute Vergangenheiten. Alte Mächte hatten ihre Stellvertreterkonflikte hineingetragen.

Die EU macht es richtig, wenn sie die Balkanstaaten an ihren Kernsinn einer Friedensordnung mit wirtschaftlichem Fundament auf dem Kontinent heranführt. Sie würde Fehler machen, wenn sie einzelne Staaten aus dem Netzwerk herausbricht und anderen ein Schild vor die Nase hängt: "Ihr müsst draußen bleiben." Die Chance zur Beitrittsfähigkeit muss gegeben bleiben. Der alberne Namensstreit darf Mazedonien nicht ausgrenzen.

Beispiel Serbien. Es hatte schon immer und hat noch lange eine Schlüsselrolle. Bei der Umwandlung eines Kriegsherdes in einen geregelten Konflikt ist höchste Sorgfalt geboten. Schon die schnelle Anerkennung Kroatiens vor 20 Jahren gab serbischen Nationalisten einen Vorrat an Ressentiments. Es ist falsch, dass am Festtag des sinnvollen kroatischen Beitritts mehr Sorgen als Hoffnungen verbreitet wurden. Wirtschaftliche Stabilität braucht Friede, und Friede braucht wirtschaftliche Stabilität. Wer diese Erfahrung europäischer Nachkriegseinigung Südosteuropa vorenthält, erwärmt damit auch heute noch eine Lunte mit gefährlich niedriger Zündtemperatur.

Wer über den Tellerrand der Parteinamen hinausblickt, sieht zudem, dass die jetzige Regierung Serbiens viel konsequenter als ihre Vorgängerin gegen Korruption und Kriminalität vorgeht. Er sieht auch, dass junge Mitglieder wie Rumänien oder Bulgarien nach dem Beitritt innere Irritationen durchleben, während sie vorher den Musterschüler gaben. Die EU sollte Standards, die sie zur Aufnahmeprüfung erwartet, auch anschließend einfordern — übrigens auch von Altmitgliedern.

Wir dürfen nie vergessen: Mitgliedstaaten verbleiben im Schicksalsverbund ihrer eigenen Region. Dort müssen sie eine wohltuende Rolle spielen und nicht — mit einem großen Bruder von gestern im Rücken — alten Gegnern eine lange Nase drehen. So würden wir alte Konflikte nicht los und holten uns neue ins europäische Haus.

Der Autor:

Bodo Hombach ist Präsident der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik.

Kommentare zu " Der Werber-Rat: Europäischer Balkan"

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  • Hombach ist nichts weiter als ein übler linker Schwätzer, aber strammer Kpitalist
    Deutschland ist jetzt schon das Land von sämtlichen Verbrechern, die sich hier auch sehr wohlfühlen

  • Das Phänomen kann man in jeder deutschen Stadt beobachten mit den Kopftüchern und pöbelnden Ausländern. Nicht zu begreifen das unsere blinden Politiker nichts sehen wollen, vorallem haben Sie nicht aus den Fehlern gelernt siehe Osterweiterung der EU. Deutsch-polnische Grenze Kriminalität an der Grenze bleibt besorgniserregend:

    http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/630223/

  • Wer meint man müsse jetzt auch noch zu allem Übel den maroden BAlkan in die EU holen der hat wirklich einen an der Klatsche. Wir werden hier immer mehr vom Kriminaltourismus überrannt und bekommen Zustände die man sich vor 10 Jahren nicht im Alptraum hätte vorstellen können.

    Gerade erst neulich war ich in einer Süddeutschen Stadt nahe dem Bodensee...das Stadtbild dort war gerpägt von Kopftüchern und pöbelnden Jugendlichen mit ausländischem Akzent. Diese Stadt hatte ich das letzte mal vor genau 12 Jahren besucht...wenn ich sehe was darauf heute geworden ist, kommen mir die Tränen. Ein öffentlicher Infostand der Salafisten war natürlich auch dabei!

    Ganz toll!

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