Der Werber-Rat
Formel E bedient grüne Fantasien

Die Formel 1 ist die Königsklasse des Motorsports. Doch der König kränkelt. Die Einschaltquote sinken von Jahr zu Jahr. Ein Konkurrent steht schon in den Startlöchern. Die Formel E buhlt um die Gunst der Motorsport-Fans.

Seit vergangenem Sonntag steht fest: Lewis Hamilton ist alter und neuer Champion der Formel 1. Damit ist sowohl die Fahrer- als auch die Teamwertung bereits drei Rennen vor Saisonende entschieden. Mercedes-Benz ist auf einer Erfolgswelle – die Rennserie generell jedoch in unruhigen Gewässern.

Die Gerüchte über den Exit von Red Bull und einen möglichen Deal zwischen Bernie Ecclestone und mysteriösen Interessenten lassen auf eine unsichere Zukunft blicken. Die beeindruckende Dominanz des Mercedes-Teams und das vereinzelnde Aufblitzen der Fähigkeiten des einstigen Gewinners Sebastian Vettel im traditionsreichen Ferrari können den Sinkflug der Einschaltquoten und der Besucherzahlen jedoch nicht verhindern. Die Formel 1 entwickelt sich von der „Cashcow“ zum „Poor Dog“ im Produktlebenszyklus.

In der Wachstumsphase ist hingegen eine andere Rennserie: die Formel E. An diesem Wochenende startete die Elektro-Rennserie in ihre zweite Saison. Der Newcomer im Motorsport bedient dabei zwei Megatrends: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Die Formelwagen werden ausschließlich mit Elektromotoren betrieben. Hinzu kommt ein besonderer Clou: Über einen „Fan-Boost“ können Unterstützer ihre Favoriten im Rennen anfeuern. Fünf Fahrer erhalten über ein Voting der Fangemeinde in den sozialen Medien zusätzliche Energie. Damit nutzt die Formel E zwei Entwicklungen für sich, die die Formel 1 verpasst hat.

Noch ist die Formel E ein Fragezeichen. Sie bietet jedoch für Marken große Chancen. Visionär Richard Branson sieht die Formel E mittelfristig als stärkste Rennserie der FIA und ist mit dem Team "Virgin Racing" involviert. BMW manifestiert als offizieller Partner seine Vorreiterrolle in der Elektromobilität. Die Formel E bietet grüne Assoziationsfelder für Marken, die sonst im Motorsport fehlen.

Der Autor ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben. Raphael Brinkert ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports.

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