Der Werber-Rat
Frauen im SUV haben mehr zu bieten

Luxus-Geländewagen sind wie gemacht für Frauen über 40. Denn SUVs sind die Auto-gewordenen Lösung, sich weiterhin alle Möglichkeiten offenzuhalten. Leider liegt das Potenzial der Fahrerinnen manchmal brach.
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Autohersteller hören es nicht gern, aber SUVs entwickeln sich zu echten Frauengefährten. Zweistellige Wachstumsraten über mehrere Jahre lassen sich nicht allein damit erklären, dass finanzstarke Männer ihren Frauen allradgetriebene Schmuckstücke andienen wollen. Beim Autokauf reden Frauen heute entscheidend mit.

Zugleich berücksichtigen Männer die weibliche Perspektive inzwischen sogar bei ihrem eigenen Auto. Und Frauen mit eigener finanzieller Potenz mögen den Überblick im Hochsitz sowieso.

Das liegt daran, dass die Luxus-Geländewagen für Frauen ein altes Problem lösen. Sie konnten früher entweder einen „typischen“ leicht einparkbaren Kleinwagen - natürlich ohne Einparkhilfe - erwerben oder von C bis S-Klasse und 5er bis 7er zu männlichen Statussymbolen greifen. Viele autointeressierte Frauen mochten weder das eine noch das andere. SUVs haben die Kategorien gesprengt und ermöglichen Frauen leistungsstarke Autos mit Platz und Sicherheit für die Familie, ohne alte Kleinwagen- und Kombiklischees bedienen zu müssen.

Für Frauen um die 40 verkörpern SUVs darüber hinaus das Lebensgefühl ihrer Generation. Allradantrieb, Überblick, Sicherheit, Platz, vermeintliche „Geländetauglichkeit“ vermitteln eine Vielzahl von Optionen. Mit ähnlich vielen Optionen sind diese Frauen aufgewachsen. Im Gegensatz zu ihren Müttern konnten sie studieren, Berufe ihrer Wahl ergreifen, alternativ oder zusätzlich Familien gründen. Sie konnten auch beides tun oder eben lassen.

Darüber hinaus sah wahrscheinlich niemals eine Generation von Frauen so gut aus wie diese - 40 ist die neue 20 titelte kürzlich ein Magazin. Alle Möglichkeiten zu haben bedeutete aber mit zunehmendem Alter auch alle Möglichkeiten nutzen zu müssen. SUVs sind nicht selten die Auto-gewordene Lösung, sich weiterhin alle Möglichkeiten offenzuhalten. All-rad ermöglicht „all ways“ - eben nicht nur auf der Straße, sondern auch im Leben.

Manchmal demonstrieren Fahrerinnen von SUVs aber auch, dass sie noch mehr zu bieten haben und ein Teil ihres Potenzials brachliegt. Nicht selten bekommen sie ihre PS nur von Garage bis Grundschule auf die Straße. Die Vollzeitbeschäftigung als Taxiservice und Hausaufgabenkontrolleurin lastet sie intellektuell nicht aus. Schön wäre, wenn diese Frauen ihre Potenz an Bildung und Können endlich auch im beruflichen Umfeld zur Schau stellen könnten. Dann würde nämlich das heute noch von Marketingleuten verabscheute Wort „Frauenauto“ ebenfalls an Schrecken verlieren.

Die Autorin:
Ines Imdahl ist Psychologin und Inhaberin der Marktforschungsagentur Rheingold Salon. Sie ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Ines Imdahl ist Psychologin sowie Inhaberin und Geschäftsführerin des Rheingold-Salons. Quelle: Ulrike Reinker
Ines Imdahl
/ Psychologin, Inhaberin Rheingold Salons

Kommentare zu " Der Werber-Rat: Frauen im SUV haben mehr zu bieten"

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  • Ich rate allen SUV-Fahrern sich die Dokumentation "The Oil Crash" anzuschauen. Vielleicht geht dem einen oder anderen dann auf, dass Öl eine begrenzte Ressource ist und besser für die Nahrungsmittelproduktion verwendet werden sollte und nicht für Shopping-Trips. Auto-Fahrer (Benzin-Verbraucher) fressen den zukünftigen Generationen das Brot weg! Wer das nicht versteht, sollte die Doku gucken!

  • Hier herrstcht wieder absolutes Klischeedenken!

    Es gibt auch Frauen, die gut ausgebildet sind, einen guten Job haben und nicht nur die Kinder zum Kindergarten bringen...!

    Wer täglich viele Kilometer fahren muss, der weiß den Komfort eines SUVs (BMW X3) zu schätzen. Wenn man dann damit auch noch weitere Annehmlichkeiten verbinden kann - Anhänger ziehen und mit Allrad auf keinem Matschplatz mehr festsitzen - dann hat ist es einfach ein "tolles" Auto für Mann und Frau...!

  • ps: ich weiss nicht inwieweit sie innerhalb der iqs differenziert haben, hochintellegenz ist über 130 besser 150. der durschnittsbürger bewegt sich zwischen ~85-115. hier setzten auch die meisten abgeänderten iqtests an, um mehr leistungsfähigkeit (sie kapitalistische arbeitswelt..) zu erlangen. jedoch bei echter intelligenz, als nicht systemoptimierte denkabläufe gesehen, kommen auf fünf männer mit einem iq von über 150 eine frau. und sie werden mir sicher nicht absprechen, das in diesem fall iq nicht von äußeren umständen abhängig ist. daher auch nicht in genderrollen zurückgepresst werden kann.

    in bereichen der normaliqs sind soziale umstände schon ausreichend um den iq um bis zu mehr als 10 punkte nach unten oben verschieben zu können. das macht sich in den statistiken bemerkbar.

    die bandbreite des iqs bei männern entspricht von ganz dumm bis normal bis hochintelligent. bei frauen finden sich im mittleren feld weniger, das wars auch damit. so what...

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