Der Werber-Rat
Fressen oder gefressen werden

Essen muss heutzutage in das persönliche Lifestyle-Konzept passen – wie der richtige Duft oder die richtige Jeansmarke. Unternehmen sollten diese Veränderung im Blick haben. Vor allem beim Onlinehandel mit Lebensmittel.
  • 0

Manchmal hat man beim Essen keine Wahl. Am Flughafen zum Beispiel muss man nehmen, was kommt. Doch das ist schon eine der wenigen Ausnahmen, denn die Digitalisierung unser Koch- und Essgewohnheiten schaltet gerade auf Turbo um.

Vor wenigen Jahren: Lebensmittel online kaufen? Abwegig. Heute: Supermärkte auf dem Vormarsch, Amazon in den Startlöchern. Pizzaservice? Früher der Zettel mit der Telefonnummer im Briefkasten. Heute: Lieferando, Online-Bestellung, Zahlung per Paypal, GourmetFood mit Lieferanten im Anzug. Auch das letzte bisher noch nicht „lieferbare“ Restaurant wird gerade in mehreren Großstädten erschlossen mit „Foodora“. Hier liefert der Kurier das Essen von richtigen Restaurants per Fahrrad aus.

Neues auch an der Automatenfront: Mit „Home eat home“ startet in Berlin das „Kochhaus“-Prinzip als Pick-up-Service: Online wähle ich eine Kochtasche mit den Zutaten, zahle und erhalte einen PIN für die Abholstation in meiner Wohngegend, wo ich die Tasche aus einem Kühlschrank in Empfang nehme. Alles Lästige fällt weg, nur der Kochspaß bleibt.

Alle diese Beispiele greifen die Veränderung unserer Gesellschaft auf: Arbeitszeiten sind flexibler geworden, Lebensmodelle haben sich geändert, Ansprüche sind gestiegen. Service ist das neue Zauberwort. Kuratierung, Vereinfachung und Flexibilisierung der Mittel. Gegessen wird rund um die Uhr und nicht dann, wenn ein Laden geöffnet hat. Essen muss in das persönliche Lifestyle-Konzept passen – wie der richtige Duft oder die richtige Jeansmarke.

Unternehmen sollten diese Veränderungen im Blick haben und neue Services anbieten und die Bedürfnisse ihrer Kunden in ihrem jeweiligen Segment verstehen. Da ist noch Luft nach oben und die nächste Branche steht schon jetzt auf der To-do-Liste der Start-up-Gründer. Guten Appetit!

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Franziska von Lewinski
/ Kolumnistin

Kommentare zu " Der Werber-Rat: Fressen oder gefressen werden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%