Der Werber-Rat
Gastronomieerfolg mit System

Die Systemgastronomie erfindet sich neu. Ganz offensichtlich haben einige erkannt, was Kunden lieben. Mit innovativen Konzepten, neuen Produkten und strikter Kundenorientierung punkten sie trotz Krise.
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Der Trend zur Individualisierung hinterlässt Spuren. Während viele kleine Restaurants ums Überleben kämpfen, erfreut sich die Systemgastronomie großer Beliebtheit. Laut einer Studie des Hotel- und Gaststättenverbandes werden 30 Prozent des Umsatzes im Gastronomiebereich bereits durch Ketten wie McDonald’s, Burger King oder Vapiano erzielt. Im Ausland liegt der Umsatzanteil der Gastro-Ketten mittlerweile sogar bei 50 Prozent.

Dass ausgerechnet die Restaurant-Filialisten, die viele von uns als unpersönlich, industriell und wenig einfallsreich wahrnehmen, beim Kunden so gut ankommen, mag verblüffen. Allerdings nur auf den ersten Blick.

So hat sich etwa McDonald’s – mit 1440 Filialen der Platzhirsch unter Deutschlands Systemgastronomen — in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Statt nur Burger anzubieten, wurde die Salat-Palette ausgebaut, kalorienarme und zuckerfreie Getränke ebenso ins Angebot aufgenommen wie vegetarische Wraps. Umweltbewusstsein und sorgsamer Ressourceneinsatz sind Themen der Werbespots und damit ein Hebel für den Imagewandel.

Auch die Nordsee-Kette, die zu den ersten deutschen Systemgastro-Anbietern gehört, hat in Auftritt und Angebot investiert. Neben den Fischbrötchen bekommt man längst anspruchsvollere Speisen wie Sushi und frische Meeresfrüchte. Vor allem haben sich aber neue Player wie Vapiano, Frozen-Yoghurt und Subway als Treiber etabliert. Das italienisch angehauchte Systemgastronomie-Konzept von Vapiano ist dabei so erfolgreich, dass das Unternehmen inzwischen ins Ausland expandiert.

Anbieter wie Starbucks, wo der Kaffee deutlich teurer ist als im Café nebenan, profitieren ebenfalls davon, dass viele Menschen diese Orte als Erlebnisgastronomie und zweites Wohnzimmer schätzen. Atmosphäre und Ausstattung sind ebenso wichtig wie die Produkte und ein ganzheitlicher Markenauftritt. Hinzu kommt, dass die Qualität der Angebote berechenbar scheint.

Der Erfolg der Anbieter bestätigt einmal mehr: Die konsequente Ausrichtung auf Marke und Kundenbedürfnisse zahlt sich aus. Und so wundert es wenig, dass die meisten auch besser durch schwierige Zeiten kommen als ihre Wettbewerber aus dem klassischen Gastronomiesegment.

Die Autorin:

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin. Sie ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Uli Mayer-Johanssen
Uli Mayer-Johanssen
/ Kolumnistin

Kommentare zu " Der Werber-Rat: Gastronomieerfolg mit System"

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  • Der Artikel ist aus professioneller Sicht (Vermarktung im Außer-Haus-Markt bzw. in der Gastronomie) an Oberflächlichkeit leider nicht zu überbieten.

    Ein Lob gibt es trotzdem: Der Gedanke, die Vermarktung in dieser faszinierenden Branche aus den Fachmedien in die breite Öffentlichkeit der allgemeinen Wirtschaftsinteressierten zu tragen,ist sehr gut.

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