Der Werber-Rat
Gegangen, um zu bleiben

Die Premier League ist das Aushängeschild des europäischen Fußballs. Weltweit verfolgen Menschen die Spiele der Premier League. Neuerdings haben auch die Zuschauerzahlen in Deutschland zugenommen – dank Jürgen Klopp.

Vor rund zwei Wochen stellte ich mir die Frage, was 35.000 Menschen dazu bewegt, den Privatflug einer einzelnen Person auf dem Portal FlightRadar24 live zu verfolgen. Dieser Jet flog von Dortmund nach Liverpool und beförderte Jürgen Klopp zu Verhandlungen mit dem Traditionsverein FC Liverpool. Seitdem wandert der Trainer als Gangster-Rapper in Videos durch das Netz und lässt in den Fanshops mit angefertigten „Normal 1“-Shirts die Kassen klingeln.

Selten ist ein Trainer so euphorisch empfangen worden wie Klopp an der „Anfield Road“. Während er gezielt die Erwartungen dämpfte, wie schnell er den Klub in die Erfolgsspur führen kann, kann man seine inspirierende Wirkung festhalten. Die Umstände erinnern an eine andere deutsch-englische Erfolgstory: Während die Liverpooler „Beatles“ in Hamburg ihre Weltkarriere starteten, könnte Klopp in Liverpool die nächste Stufe seiner eigenen zünden.

Denn mit der Premier League ist er das ganze Jahr über auf Welttournee. Von Nordamerika über Afrika bis nach Australien. Die ganze Welt verfolgt den englischen Fußball und hat einen akribisch vorbereiteten Jürgen Klopp erlebt. Mit kleinen Gesten hat er die Herzen erobert. Durch das Berühren des Vereinsemblems im Treppengang des Stadions hat er sofort einen Vereinskult übernommen, mit der Selbsttitulierung als „the normal one“ einen Hit im englischen Trainermarkt gelandet.

Vom Popstar Klopp profitiert nicht nur die Premier League, sondern auch der deutsche Fußball. Er hat seinen Vollgas-Spielstil bereits im Team implementiert, das besser läuft als zuvor. Zugleich spüren jedoch viele Fans in Deutschland einen Phantomschmerz. Sein erstes Spiel verfolgten hierzulande 200.000 Zuschauer auf „Sky“. Klopp ist ein Botschafter für die Qualität der Bundesliga und bleibt auch hier ein Sympathieträger. Damit schafft er es wegzugehen und zu bleiben.

Der Autor: Christoph Metzelder ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports.

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