Der Werber-Rat
Kernige Kerle

Frauen verlangen nach dem Alpha-Softie. Sie sehnen sich nach dem Bilderbuchmann, der in der Küche genauso souverän ist wie auf der Karriereleiter. Aber ganz ehrlich: Kann das funktionieren?
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Eine der letzten Bastionen der Männer ist gefallen: Sie sind an großen Fußballabenden nicht mehr unter sich. Egal ob bei den Vorrundenspielen, beim Halbfinale gegen Brasilien oder beim Endspiel gegen Argentinien - das weibliche Geschlecht ist beim Public Viewing genauso stark vertreten wie die Männer. Werber wissen: Die Fußballweltmeisterschaft besitzt eine herausragende, geschlechtsübergreifende Markenkraft. Das war vor zwölf Jahren, als Deutschland ebenfalls im WM-Endspiel stand, noch anders.
Geändert hat sich in dieser Zeit auch das Rollenbild des Mannes. Die moderne Frau sucht einen Alpha-Softie als Partner, sie verlangt mehr als nur den Versorger für die Familie. Sie will einen Mann, der einfühlsam, humorvoll, liebevoll ist und ein perfekter Vater für die Kinder. Jedenfalls sehen so die Profile der Online-Partnerbörsen aus: Auf diesem Marktplatz, auf dem jeder für sich wirbt, lässt sich mit ein paar Klicks der Wunschkerl zusammenstellen, der sich im Beruf verwirklicht, seine Kinder erzieht, den Haushalt übernimmt, auf sein Äußeres achtet und dabei nicht die Männlichkeit verliert.

Muten wir dem Mann von heute damit nicht zu viel zu? Das Institut für Demoskopie in Allensbach jedenfalls hat in seiner Umfrage „Der Mann 2013: Arbeitswelten und Lebenswelten - Wunsch und Wirklichkeit“ herausgefunden, dass 60 Prozent der Frauen erwarten, dass der Mann für den Unterhalt der Familie sorgt. Gleichzeitig sollen sie, um an dieser Stelle nur zwei der neuen Markenkerne aufzulisten, viel mehr Zeit mit den Kindern verbringen und zudem perfekte Hausmänner sein.
Macht den Kerlen aber nichts: 75 Prozent der Männer geben in derselben Umfrage an, dass sie in einem nächsten Leben gerne wieder ein Mann wären. Die Werbung weiß das, das Thema „Männlichkeit“ bekommt dort einen neuen Stellenwert. Wir sehen in TV-Spots und Printanzeigen kernige Männer, die Kanten und Ecken zeigen. Die sichtbare Männlichkeit kehrt zurück. Übrigens auch bei dieser WM, wo viele Spieler Vollbart tragen.
Bleiben interessante Fragen: Ändert sich die Rolle der Männer tatsächlich? Und: Würden sie vielleicht beim Fußballabend doch lieber unter sich bleiben?
Die Autorin ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Heiß, Marianne

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  • um die zwei Fragen in dem Artikel zu beantworten:
    "Ändert sich die Rolle der Männer tatsächlich?"
    Ja. Die Welt ändert sich, nix bleibt wie's is und da die meisten Menschen auf der Welt entweder dem Weiblichen oder dem Männlichen Geschlecht zuzuordnen sind müssen sich beide in ungefähr gleicher 'Graviertheit' ändern. Immer wieder aufs Neue.

    "Und: Würden sie vielleicht beim Fußballabend doch lieber unter sich bleiben?"
    Ne, wir mögen euch Frauen ganz gern;)

  • Wo ist das Problem ?
    Bei mir funktioniert's doch auch ;-)

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