Der Werber-Rat
Pussy Riot - bald ein globales Modelabel?

Vier Mädchen mit Skimasken, ein paar Sekunden laute Musik und ein unverhältnismäßig hartes Gerichtsurteil machen aus einer Punkband eine weltbekannte Marke. Wie geht das?
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Ein vielversprechender Markenname ist ein guter Anfang. Der "Pussy-Aufstand" ist merkfähig und bildhaft. Und die Truppe hält, was ihr Name verspricht. 20-jährige Mädchen, wild entschlossen bis in die gefärbten Haarspitzen. Sie vermitteln hochattraktive Markenwerte: Freiheit, Mut, Kreativität und Risikofreude. Che Guevaras Enkelinnen: jung, attraktiv, kreativ und kämpferisch. Eine Demokratiebewegung in ihrer schönsten Form. Es fällt leicht, sich ihnen anzuschließen.

Zur Profilierung wetzt sich die Marke an einem kantigen Feindbild - Wladimir Putin: emotionslos, machtbesessen und Großmeister der Machoposen. Der Präsident blieb sich treu, ließ die Girlgroup in Ketten legen und wie Massenmörder vorführen. Diese Demonstration von Macht und Willkür wurde zum Bild, das um die Welt ging und eine gewaltige Sympathiewelle schuf. Hier wurde der Wert eines starken Markenzeichens unübersehbar: Die farbige Skimaske wurde zum modischen Erkennungszeichen grenzenloser Solidarität. Ein wunderbarer Werbeträger, um Zugehörigkeit zu beweisen und selbst Teil der neuen Marke zu werden.

Nun geht es für die Band um alles. Sie muss auf dem Fundament globaler Bekanntheit die Marke schützen und mit Leben füllen. Gelingt ihr das, hat sie beste Voraussetzungen, ihre Kriegskasse und ihre Truppen kontinuierlich aufzufüllen - was möglicherweise kriegsentscheidend ist.

Was ist zu tun? Pussy Riot muss für zweitausend Euro die Wort- und Bildmarke eintragen, Kooperationen mit anderen Herstellern eingehen und pro verkauftem Produkt bis zu dreißig Prozent Lizenzgebühren kassieren. Es würde ihre Bewegung beflügeln, wenn sie ein Lied einspielen, das weniger Kriegsgebrüll und mehr Hymne ist.

Pussy Riot hat außerdem das Potenzial, zu einem globalen Modelabel zu werden - und vieles mehr. Die Marke ist revolutionär, jung, kreativ und kämpferisch, das funktioniert auch Kategorie übergreifend. Und was immer sie tun, verglichen mit ihnen sieht Putin alt aus. Pussy Riot wäre die erste Demokratiebewegung, die ich per Shoppingtüte unterstützen kann. Das wäre ja auch irgendwie revolutionär. Oder um es mit den Worten der Mädchenband zu schreien: "alles für die Revolution".

Der Autor:

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit. Er ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare zu " Der Werber-Rat: Pussy Riot - bald ein globales Modelabel?"

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  • es ist wieder mal eine intriege des westens !!!
    einfach mal googeln!
    http://medien-luegen.blogspot.de/2012/09/pussy-riot-und-nawalny-wer-die-helden.html
    Pussy Riot ist einfach nur westlicher abschaum !!!

  • Hallo Frank.....Du bist ja ne' Marke ;-)

    Weniger ist mehr. Ich weiß wie problematisch es ist jede Woche eine Kolumne zu schreiben zu müssen. Aber so wird der tägliche "Werbe-Rat" überflüssig und markenschädigend (für unsere Branche) zugleich. Selten habe ich etwas derart blödsinniges und zu einem Thema wie diesem unpassenderes gelesen. Dabei will ich es hier dann auch belassen.
    Beste Grüße, Gert Müller

  • @ WobleibtderVerstand

    "Die "Band" versuchen schon seit Jahren mit abartigen Methoden den Putin zu Beleidigen. Nichts passiert... Dann die Idee - einfach die Mehrheit der Russen in ihren religiösen Gefühlen zu beleidigen. Und siehe da... die Helden. "


    So ist es. Gegen die russische orthodoxe Kirche zu hetzen, die niemandem was schlechtes getan hat, ist sehr "in" bei den zionistischen Medien.

    ..... (habe schon mal den Text für unsere zionistischen Medien vorzensiert! Es ist nämlich nicht mein Ziel irgend jemand zu beleidigen oder gegen irgend jemanden zu hetzen - sondern einfach die Wahrheit zu schreiben. Wieso sollte anderen verwehrt bleiben, was Pussy-Riot darf ?!)

    Denn an den Früchten ihrer Bäume werden wir sie immer erkennen. Hinrichtungen, moderne Foltermethoden der CIA, Hinrichtung von Hochzeitsteilnehmern, Vergewaltigung von Familien mit anschließender Ermordung. Definitiv nicht besser als die Taliban - das ist wohl der Grund, wieso die Taliban immer noch nicht vernichtet werden konnte!

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