Der Werber-Rat
Putins neue Werbebande

Wie man sein Geld effektiv einsetzt, zeigt Wladimir Putin: Der russische Präsident umgibt sich mit globalen Werbebotschaftern, die für einen hohen PR-Effekt sorgen. Ohne dass es Putin viel kostet.
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Wer eine bekannte Werbefigur sein Eigen nennt, weiß, sie sind ein kommunikatives Geschenk des Himmels. Der Marlboro-Mann, das HB-Männchen, der kleine Hunger und Meister Proper versprechen Aufmerksamkeit, Sympathie und Markenbindung.

Auch der russische Präsident Wladimir Putin schwört auf ihre Wirkung und haut selbst gern auf die Werbetrommel. Alle Jahre wieder inszeniert er sich als ranghöchster Elitekämpfer seines Landes. Mit blanker Brust und hoch zu Ross demonstriert er uns Stärke und seinen Testosteronspiegel. Werbung, die wirkt. Seine Reiterbilder galoppieren um die Welt.

Diese Aufmerksamkeit braucht der russische Präsident. Er fühlt sich bestätigt und sammelt Werbebotschafter aus aller Herren Länder um sich. Gérard Depardieu, französisches Schauspiel-Urgestein und Obelix in Person, ist einer seiner Rekruten. Auf der Flucht vor der französischen Reichensteuer, rettete ihn Putin.

Der russische Präsident bekam Depardieu für ein Blatt Papier statt der marktüblichen zwei Millionen, die ein weltbekanntes Testimonial für eine globale Werbekampagne aufruft. Und der neue Staatsbürger ließ sich nicht lumpen. Er schloss Putin in die Arme, lobte die Freundschaft, das russische Essen, die Schönheit der Landschaft und der Frauen. In Werbeblöcke aufgeteilt hätte das 60 Millionen Euro verschlungen. Ein echtes Schnäppchen.

Jetzt wirft sich angeblich auch Steven Seagal für Putin in die Werbeschlacht. Der amerikanische Actionheld wechselt die Seiten und wird Putins neuste Waffe im Kampf um Aufmerksamkeit und Marktanteile. Der Hollywoodkämpfer soll das globale Werbegesicht der russischen Rüstungsfabrik Degtjarew werden. Denn Russland macht sich auf, die USA, mit 30 Prozent Marktanteil Weltmarktführer für konventionelle Waffen, zu überholen.

Die Medienmaschine läuft heiß. Putins milliardenschwerer Waffenschmied Igor Kesaev reibt sich die Hände und plant für die Zielgruppe der interessierten Waffenkäufer schon mal ein Geschäftsessen mit dem Actionhelden. Was setzt die deutsche Rüstungsindustrie dem werblich entgegen? Terminator Arnold Schwarzenegger? Er hätte Zeit — und mehr schauspielerische Erfahrung als Putin und Seagal zusammen.

Der Autor:

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit. Er ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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  • Was will er damit sagen? Nichts, nur eine PR der Agentur Deutsche Markenarbeit...

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