Der Werber-Rat
Rockt Apple eigentlich noch?

Am 30. Juni startet Apple Music in Deutschland und vielen anderen Ländern. Mit seinem Musik-Streamingdienst setzt der iPhone-Konzern erstmals keinen Trend, sondern wird zum Follower. Hat Apple als Kopierer eine Chance?
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Wenn es um das Thema Musik geht, bin ich wahrlich kein Experte. Andere Menschen verbringen Jahre damit, Schallplatten, CDs oder andere Tonträger zu sammeln und zu sortieren. Ich höre Musik lediglich nach Lust und Laune.

Genau deshalb sind Streamingdienste meine Rettung. Mit dem Kauf von CDs oder LPs legt man sich fest – wer streamt, muss das nicht. Alles ist immer da. Und so fiebere ich dem 30. Juni entgegen, wenn Apple Music in Deutschland und 99 weiteren Ländern offiziell startet.

Apple setzt damit zum ersten Mal keinen Trend, sondern ist nur „Follower“ der wachsenden Anzahl von Nicht-Besitzern, den Streamern. Apple bringt ein „Me-too-Produkt“ heraus und setzt massiver als sonst auf Marketing, gerade auch im Social-Media-Bereich.

Hat Apple auch als Kopierer eine Chance? Haben sich bislang nicht meistens die digitalen First Mover am Markt durchgesetzt? Siehe Facebook vs. Google+.

Andererseits: Apple hat mit iTunes und dem iPod das Musikhören schon vorher revolutioniert. „Video killed the radio star“ – und iTunes tötete am Ende das Musikfernsehen, denn mit dem iPod wurde Musik überall und jederzeit verfügbar. Und schon fast vergessen: Apples Musik-Netzwerk Ping – ein Totalflop – wurde 2012 nach nur zwei Jahren eingestellt. Zuletzt drohten die Streamingdienste iTunes zu zerlegen.

Trotzdem ist Apple Music als Baustein im geschlossenen Entertainment-Ökosystem ein richtiger Schritt. Hier hat Apple gelernt: Erstmals öffnet Cupertino von Anfang an sein Angebot – auch für Android.

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Franziska von Lewinski
/ Kolumnistin

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