Der Werber-Rat
Schöne neue Shoppingwelt

Nichts steht so unter Beobachtung wie der Konsument. Und der Handel steht vor großen Herausforderungen. Denn der digitale Konsument ist ein anspruchsvolles Wesen. Wie kann man ihn begeistern?
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Nichts steht so unter Beobachtung wie der Konsument. Es ist nun mal sein Geldbeutel, um den sich alle kloppen. Noch wurde nichts erfunden, um Konsumenten fernzusteuern und in ihren Konsumentengehirnen einen Knopf einzubauen, der nur stimuliert werden muss und sofort einen Kaufzwang auslöst. Deshalb müssen wir herausfinden was er wirklich will.

Die Digitalisierung hat das Kaufverhalten total verändert. Einer neuen Studie zufolge nutzen 75 Prozent aller Smartphone-Besitzer ihr Handy sogar auf dem Klo. Das heißt für alle, die was zu verkaufen haben, übersetzt: der Point of Sale ist überall. Auch auf dem Klo. Jetzt zu denken, „Hey, dann verkaufen wir ab sofort nur noch online“, wäre zwar logisch, aber etwas kurz gedacht. Unser anspruchsvoller Shopper denkt nämlich gar nicht daran, nur einen Kanal zu nutzen. Er informiert sich offline und online, tauscht sich per Social Media aus, er geht auch ins Geschäft, hört auf seine Freunde, liebt Events und fühlt sich pudelwohl in der Welt der parallelen Mediennutzung.

Und was heißt das für den klassischen Point of Sale im Laden? Er muss dem Shopper mehr bieten als das, was er zu Hause hat. Einen inhaltlichen Mehrwert, Gastfreundschaft und vor allem ein echtes Erlebnis. Der Händler, der dieses Spiel gewinnen will, muss die digitale mit der realen Welt schlau vernetzen. Die Hose ist gerade nicht in der passenden Farbe da? Dann wird sie eben noch am Hosenregal per Tablet online bestellt und direkt nach Hause geliefert. Ich finde gerade keinen freien Verkäufer und weiß nicht weiter? Auf Knopfdruck erreiche ich einen Berater online, der mir alle Infos geben kann.

Wer mal in einem dieser Paläste für Outdoorbedarf war, weiß: Das ist schon lange kein reiner Shop mehr, sondern eine multimediale Erlebniswelt mit Eiskammer, Kletterwand und Kanubecken. Oder sieht die Zukunft noch ganz anders aus? Vielleicht liegen wir satt und gemütlich in einer Nährflüssigkeit und schicken nur noch ein digitales Ich, dass wir uns nach eigenen Vorlieben selbst konfiguriert haben, zum Shoppen in eine Einkaufswelt, die es nur als Matrix gibt. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich das nicht mehr erleben werde. Puuuuhhh... Glück gehabt.

Die Autorin:

Britta Poetzsch ist Geschäftsführerin Kreation der Agentur Serviceplan Sales. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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