Der Werber-Rat
Sprich mit mir!

Die Sprachsteuerung ist ein sehr großer Schritt in die Zukunft. Unternehmen sollten hier so schnell wie möglich mitziehen. Denn bald ist es ohne solche Anwendungen kaum mehr vorstellbar, nah an den Kunden heranzukommen.
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Wir haben wohl alle den ein oder anderen Kontakt in einem sozialen Netzwerk, dem wir gern mal zurufen würden: „Man muss auch zuhören können.“ Nicht immer nur senden, auch mal empfangen! Digitale Helfer, die uns das Zuhören abnehmen, allzeit bereit für Audio-Input. Allen voran die Musik-Erkennungs-App „Shazam“, die mit weltweit täglich 20 Millionen Nutzern die Musikindustrie revolutioniert hat. Der Dienst ist mit Smartphones gleich zur Hand.

Wie selbstverständlich nimmt etwa meine kleine Tochter mein Smartphone in die Hände und aktiviert en passant die Sprachsuche. Auch ohne lesen und schreiben zu können, erschließt sie sich die Welt: „Zeig mir Bilder von Giraffen“, gibt sie Google in Auftrag – und hat auf einen Knopfdruck hin Hunderte Fotos vor Augen.

Was wir für das Business daraus lernen? Verstellt, kompliziert, schwierig kann sich künftig keiner mehr leisten. Direkt, authentisch, offen, sofort und alles gleichzeitig ist die Zukunft! Es sind solche Anwendungen, die das Kundenverhalten von morgen prägen. Hier sollten Unternehmen schnell mitziehen. Wer nicht einsieht, dass Touchpoints überall und jederzeit verfügbar sein müssen, ohne mühsames Tippen, hat verloren. Kommunikation muss heute so sein. Nicht nur Mails und Social Media machen Kundennähe aus – auch sprachgesteuerte Anwendungen gehören dazu.

Für die I/O 2015 Konferenz von Google Ende Mai war etwa eine Sprachsteuerung für Apps auf Android angekündigt worden. Das Thema wurde kurzfristig gestrichen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Unternehmen eine neue Ankündigung macht.

Denn Sprachsteuerung ist ein großer Schritt in die Zukunft: Auch ohne Tastatur können wir Informationen suchen, finden und teilen – Surfen, Einkaufen und Mailen ohne Tippen. Wir stehen in der Küche und bestellen per Amazon Echo Lebensmittel nach. Auch Shopping auf Mandarin über Videoleitung mit Schanghai ist dann keine Science Fiction mehr – Skype Translator und Alibaba sei Dank. So ist bald immer jemand da, der uns zuhört.

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Franziska von Lewinski
/ Kolumnistin

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