Der Werber-Rat
Tu Gutes, Ashton zahlt

Was selbst treue Leser des „People“-Magazins nicht wissen: Schauspieler Ashton Kutcher ist ein Social-Media-Pionier und ein schlauer Investor noch dazu. Mit dem Projekt A+ hat er nämlich einen wahren Coup gelandet.
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Während ich meine freie Zeit mit dem (zuweilen durchaus spirituellen) Stutzen von Grashalmen verplempere, entsteht irgendwo anders gerade ein neues Sonnensystem. So erhielt ich unlängst eine Mail von Finn, unserem Social-Media-Herrgöttle, die ich mir direkt ausgedruckt und neben den Fabian-Königer-Starschnitt im achten Stock an die Wand gepinnt habe. Die Mail kündigte nichts Geringeres als einen unmittelbar bevorstehenden Quantensprung an. Die Zeit der klassischen Werbe-Testimonials scheint vorbei. Und damit nicht genug: Auch das Thema Reichweitenaufbau schaut hoffnungsfrohen Zeiten entgegen.

Verantwortlich für diese Neuigkeiten ist kein Geringerer als Ashton Kutcher. Was selbst treue Leser des „People“-Magazins nicht wissen: Ashton ist ein Social-Media-Pionier der ersten Stunde und ein schlauer Investor noch dazu. Ashtons A+ (www.aplus.com) ist eine „digitale Medien-Company“, die es sich zur allerersten Aufgabe gemacht hat, Geschichten zu verbreiten, die nicht nur von besonderer Güte sein sollen, sondern auch noch die Kraft haben, Dinge zum Positiven zu verändern.

Natürlich hat Ashton bei der Etablierung dieses Projekts nichts dem Zufall und guten Schwingungen überlassen: Er hat sein Social Network zum Motor des Erfolgs gemacht. Und es so innerhalb von nur neun Monaten unter die Top 50 der reichweitenstärksten Websites der USA gebracht.

Der Trick: Meister Kutcher hat sich entschieden, bekannte US-Promis dafür zu bezahlen, wenn sie die Artikel von A+ über ihre Social-Media-Profile teilen. Kutcher folgen 18 Millionen Menschen bei Facebook, andere Promis haben mitunter eine noch größere Fangemeinde. Ashton führt momentan viele Gespräche, Marken wie Lenovo und Bacardi scheinen die neuen Möglichkeiten von „Influencer-Marketing“ über A+ bereits erfolgreich zu nutzen. Produktplatzierungen und bezahlte Werbespots sind hier in bester Gesellschaft und erreichen ein Millionenpublikum, das sich über regenbogenfarbene Zebrastreifen und gut gelaunte 83-jährige Topmodels freut. Von der spirituellen Kraft des Rasenmähens war bisher leider nichts zu lesen.

Der Autor: Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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