Der Werber-Rat
Was Make-Up im Geschäftsleben bedeutet

Kriegsbemalung ist ein uralter Brauch. Das moderne Make-Up der Frau hat im Geschäftsleben eine ähnliche Wirkung. Doch die Schminke dient nicht dazu, das wahre Ich zu verstecken, sondern es zum Vorschein zu bringen.
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Das Gesicht zu färben ist ein uralter Brauch. Neben vermeintlicher Verschönerung hatte die Bemalung noch weitere Funktionen. Als Kriegsbemalung etwa sollte sie andere abschrecken und den eigenen Mut stärken. Sie war ritueller Fruchtbarkeitskult als Signal der Verführung und Bereitschaft zur Empfängnis. Mit ihr konnte man die Zugehörigkeit zu einer bestimmten ethnischen oder religiösen Gruppe zeigen und sich von anderen abgrenzen.

Heute gehört Make-up bei gut 30 Prozent der Frauen zum Alltag. Die Signale können aber sehr unterschiedlich sein: Neben dem erotischen Signal das sicher vielen als erstes durch den Kopf geht, möchten viele Frauen vor allem mehr Selbstsicherheit ausstrahlen. Psychologisch betrachtet, ist Make-up eine moderne Form der Kriegsbemalung: im Job die eigene Kompetenz stärken und andere durch den gepflegt-kompetenten Auftritt vom Angriff abhalten. Denn 'defacto' im Gesicht werden Schwächen und kleine Fehler kaschiert – und damit eventuell auch fachliche oder persönliche.

Frauen, die sich schminken, fühlen sich ohne Make-up nicht wie sie selbst. Sie fühlen sich dann beinahe wie nicht komplett angezogen. Und auch Männer wissen von sich, dass die Natur grausam sein kann. Sich schminkende Frauen sind aber nicht grundsätzlich unsicherer als diejenigen, die keine Farbe bekennen möchten. Mit charakterlichem Selbstbewusstsein hat Make-up oder der Verzicht darauf eher wenig zu tun.

Make-up wird vielmehr genutzt, um die 'wahre Natur' zum Vorschein zu bringen und so das 'gefühlte eigentliche Ich' herzustellen. Dabei bestimmen Frauen selbst wie bunt ihre Farbgebung zwischen gängigen Schönheitsidealen und der Abgrenzung von diesen aussehen soll. Im Abwägen zwischen Zuviel und Zuwenig an Make-up geht es auch darum, Normen und Ansprüchen der Gesellschaft zu entsprechen. Gleichzeitig 'rebellieren' Frauen gegen gesellschaftliche Beauty-Ideale und bleiben sich selbst treu.

Die Gratwanderung ist, den eigenen Weg innerhalb bestehender Ideale zu finden. Anders formuliert: Frauen richten sich nach Idealen und kennen oft die neuesten Trends in puncto Make-up. Zwischen Schönheitsidealen und persönlichem Stil findet sich letztlich die geschminkte Wahrheit: das 'natürliche, authentische' Ich.

Die Autorin:

Ines Imdahl ist Psychologin und Inhaberin der Marktforschungsagentur Rheingold Salon. Sie ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Ines Imdahl ist Psychologin sowie Inhaberin und Geschäftsführerin des Rheingold-Salons. Quelle: Ulrike Reinker
Ines Imdahl
/ Psychologin, Inhaberin Rheingold Salons

Kommentare zu " Der Werber-Rat: Was Make-Up im Geschäftsleben bedeutet"

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  • Soso, Frau Imdahl: und was bedeutet nun Make-up im Geschäftsleben? Die eigene Frage haben Sie in Ihrem Werbebeitrag für die eigene Agentur nämlich leider vergessen. Das so ein Blödsinn veröffetnlicht wird. ich sollte mich auch mal versuchen ... oder anders gefragt: wie teuer ist es, hier für sich werben zu dürfen?

  • Zitat "Frauen, die sich schminken, fühlen sich ohne Make-up nicht wie sie selbst. Sie fühlen sich dann beinahe wie nicht komplett angezogen"

    Die zweite Sätze sind nett. Falls diese Aussagen der Wahrheit entsprechen: Dann Frauen raus aus der Wirtschaft und zurück an den Herd.

    Begründung? Beide Aussagen "Schminken" und "Bekleidung" bedeuten nichts anderes, als das der Wert einer Frau durch Äußerlichkeiten entsteht. Wohlgemerkt: Das ist nicht die Beschreibung von Männern, sondern das Selbstbild von Frauen.

    Der Shitstorm über Herrn Brüderle dürfte sich damit erledigt haben. Mit seiner Aussage das die Journalistin sich gut ein bestimmtes Bekleidungsstück anziehen könne, hat er doch damit den gefühlten Wert dieser Frau erhöht. Oder?

  • Und was der Frau das Make-up, ist dem Mann... Frisur, Brille, Bart oder Anzug? Fakt ist, gerade für Vorgesetzte ist der Umgang mit diesen symbolischen Zeichen der Mitarbeiterführung Chance und Risiko zugleich. Denn vieles wirkt, ohne dass der Träger es wahrnimmt; mit ungewollten Folgen: http://www.organomics.de/aktuelles/135-blog-03-2013.html

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