Der Werber-Rat: Welche Marken brauchen einen Newsroom?

Der Werber-Rat
Welche Marken brauchen einen Newsroom?

Ehe sich Markenartikler einen Newsroom mit aufwendiger Technik einrichten, sollten sie die Frage klären: Welche Themen kann und will ich besetzen? Gut gemachter Inhalt liegt immer im Trend.
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In den unvermeidlichen Umfragen zu Trends im Marketing, die uns jedes Jahr ihre Gewissheiten feilbieten, war auch diesmal Spannendes dabei. Obwohl von vielen noch eher schlecht als recht praktiziert, tauchte darin vollkommen zu Recht auch wieder das Content-Marketing auf. Und in dem Zusammenhang prognostizierten diverse Experten bevorstehende Installationen von „24/7-Marken-Newsrooms“.

Content-Marketing ist, sehr verkürzt, Markenkommunikation, die die Zielpersonen aus Interesse konsumieren - und nicht, weil sie ihr wegen des Mediadrucks nicht ausweichen können. Trotzdem können auch Mediagelder zur Verbreitung der Inhalte eingesetzt werden - aber diese haben dann andere Formate als typische Werbung, meist redaktionelle.

Und sie nehmen eine andere Perspektive ein als ein Spot, Banner oder eine Anzeige. Gut gemachter Content genügt im besten Fall nicht nur journalistischen Ansprüchen hinsichtlich Relevanz und Wahrheitsgehalt - er dient auch den Interessen des Absenders UND der Empfänger: durch Profilierung der Absenderkompetenzen und Vermittlung attraktiver Werte sowie durch Unterhaltung oder Information.

Das allein gut hinzubekommen, ist schon anspruchsvoll. Selbst wenn man nicht wie Red Bull mit einem Stratosphären-Sprung nach den Sternen greift. Und nun sollen Markenartikler also auch noch rund um die Uhr aus einem Newsroom berichten. Das ist ein dickes Brett. Wo doch viele Marken schon damit überfordert sind, auch nur annähernd so durchgängig für Beschwerden oder Fragen erreichbar zu sein.

Niemand braucht also jetzt vor Sorge, sein Konkurrent werde morgen die Lufthoheit über alle relevanten Themen seiner Branche an sich reißen, Schnappatmung zu bekommen. Und womöglich sind die Weissager der mit Technologie vollgestopften Wunderräume jene, die sie gern bauen und bestücken würden.

Viel wichtiger ist, dass jeder sich klarmacht, welche Themen er besetzen kann und will. Diese Schritte kommen vor dem Wie und bilden die Basis einer Content-Strategie. Laut einer anderen Umfrage aus den USA besitzen so etwas nämlich bisher nur 27 Prozent der befragten B2C-Marken. Meine Prognose: Gut gemachter Inhalt liegt immer im Trend.

Der Autor: Torben Bo Hansen ist Mitinhaber der Agentur Philipp und Keuntje.

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