Der Werber-Rat
Werbung für die Werbung

Die EZB spült jeden Monat Milliarden in die Märkte. Das zusätzliche Geld wird unter anderem auch den Konsum anregen. Die Entscheidung der Zentralbank sollte Firmen daher anregen, für den Konsum ihrer Produkte zu werben.
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Haben Sie sich auch schon mal gefragt, was eigentlich die aufwendigste Werbebotschaft aller Zeiten ist? Der Stratosphären-Sprung von Felix Baumgarter für Red Bull? Oder der 60-Millionen-Euro Spot für das Luxuskasino „Studio City“ in Macau. Mit Robert De Niro und Leonardo DiCaprio, die um einen Schauspieljob rangeln, abgedreht von Hollywoods Altmeister Martin Scorsese. Kostspieliger geht’s nicht, dachte auch ich.

Doch nur einen Tag später wurde die Summe sozusagen getoppt – um ein schwindelerregendes Vielfaches. Die Europäische Zentralbank (EZB) verkündete, für monatlich 60 Milliarden Euro Staatsanleihen zu kaufen. Und zwar bis September 2016 – das macht insgesamt eintausendeinhundertvierzig Milliarden Euro. Eine gigantische Werbung, inszeniert von EZB-Präsident Mario Draghi als Regisseur. Geld wird damit noch billiger, was einer durchschlagenden Werbebotschaft für mehr Investitionen und für mehr Konsum in der Euro-Zone gleichkommt. Und das ist zugleich Werbung für die Werbung.

Mag die Entscheidung der EZB unter Ökonomen hochumstritten sein – zumindest diese Botschaft dürfte verfangen: Die Zeichen stehen in den kommenden eineinhalb Jahren klar auf Konsum. Schon deshalb, weil die Zinsen nahe der Nulllinie bleiben.

Für die Unternehmen, die erfolgreich verkaufen wollen, ist das eine Steilvorlage. Sie sollten die Situation nutzen, um ihre Absatzkommunikation zu befördern. Wozu eben auch die Aufstockung ihrer Werbebudgets gehört. Draghis geldpolitische Botschaft, sein Werben für mehr Investitionen und Konsum könnte nun für eine hübsche Sonderkonjunktur bei den Werbe- und Kommunikationsagenturen sorgen. Jedenfalls bei denen, die es ernst meinen mit folgendem Claim: The only purpose of advertising is to sell!

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