Der Werber-Rat
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Während Hamburg womöglich nicht in die Geschichte eingeht, schafft es Sölden zumindest in die Filmgeschichte. Die Tiroler Skidestination wurde zur Filmkulisse für den neuen Bond-Film – und rührt nun die Werbetrommel.

Unlängst, ich suchte in Illustrierten Zerstreuung vom täglichen Wahnsinn, entdeckte ich ein Inserat, das mich minutenlang erfreute.

Hier und heute geht es um mutige Städte. Orte, die Bekanntheit und Anziehungskraft nicht dem Zufall überlassen wollen. Während meine geliebte Hansestadt Hamburg augenblicklich alles unternimmt, jede historische Chance vom Tisch zu fegen, geben andernorts Kleinstgemeinden buchstäblich alles, um ihren Platz in der Geschichte zu sichern. Und sei es nur in der Filmgeschichte.

"Spectre", der aktuelle James Bond, stürmte nach fast einjähriger Produktionszeit und einem Budget von 300 Millionen Dollar die Kinocharts. Wichtiger Bestandteil dieser Filme sind imposante Drehorte. Städte wie Mexiko-Stadt boten spektakuläre Summen für entsprechende Visibilität. Was aber tun, wenn man dieses Geld einfach nicht hat? Die Tiroler Skidestination Sölden bot der 500-köpfigen Filmcrew einen unglaublichen Service: Straßen bauen? Kein Problem.

Vom Tal bis auf 3000 Meter Höhe wurde alles gestemmt, was menschenmöglich war. Natürlich ist das Engagement das eine. Die Vermarktung des Films folgt eigenen Regeln und eigenen, hochdotierten Verträgen. Sölden hatte nur den Ort. Und eine "Spectre"-kuläre Location, ein futuristisches Bergrestaurant, das im Film zu einer elitären Privatklinik umgebaut wurde. Was also tun, wenn man leider nicht in der Lage ist, stolze Summen für die Vermarktung auf den Tisch zu legen?

Online gibt es Bilder von den Dreharbeiten. Und im Rahmen der Tirol-Tourismuskampagne nun eine Anzeige, die jenes Restaurant vor imposanter Bergkulisse zeigt. Versehen mit dem Hinweis "Tirol, a great cinematic landscape". Ein wirkungsvoller Hinweis für Kino- und Pistengänger. Nach der verpassten Olympia-Chance kann Hamburg ja vielleicht auf eine Nebenrolle im nächsten James Bond hoffen.

Der Autor: Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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