Werber-Rat
Ein Ruck geht durch Olympia-Deutschland

Berlin und Hamburg wollen sich als Ausrichter der Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028 bewerben. Eine Bürgerbefragung Ende Februar soll den Ausschlag geben. Wie groß ist die Olympia-Stimmung in Deutschland wirklich?
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Fernab der medialen Sporthighlights, wie dem amerikanischen Super Bowl oder dem Start der Bundesliga-Rückrunde, werden in zwei deutschen Städten die Weichen für die sportliche Zukunft Deutschlands gestellt. In Hamburg und Berlin laufen die Bewerbungen für die Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028 auf Hochtouren. Während beide Städte bereits über einen Fragenkatalog den Deutschen Olympischen Sportbund von ihrer Fähigkeit zur Ausrichtung überzeugt haben, soll vor allem eine Bürgerbefragung Ende Februar den Ausschlag geben.

Kurz: Das Volk entscheidet über Olympia und das, was es für die Gesellschaft bedeutet. Gerne denke ich da an die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zurück. Ein sportliches Großereignis, wie es auch eine Olympiade zweifelsohne ist, hat gesellschaftliche Auswirkungen auf die ausrichtende Nation. Die damalige Weltmeisterschaft hat das Land verändert. Die sonst zurückhaltenden Deutschen haben sich von der Euphorie mitziehen lassen und ihre Sportbegeisterung öffentlich ausgelebt. Das Sommermärchen wurde zum dauerhaften Lebensgefühl, das Phänomen „Public Viewing“ ohne die WM 2006 undenkbar.

Auch wirtschaftlich ist Olympia eine große Chance. Dabei meine ich nicht nur den Wirtschaftsstandort Deutschland, sondern auch all die Taxifahrer, die Sportfans aus aller Welt durch die Städte kutschieren. Die Restaurants, Bars, Cafés oder auch viele Tourismusziele. Dazu entsteht eine nachhaltige Infrastruktur, das Verkehrsnetz und neue Sportanlagen werden modernisiert. Olympia als Konjunkturprogramm.

Ein Ruck geht durch ganz Sportdeutschland. Diverse Sportarten werden den typischen olympischen Rückenwind erfahren. Intensive Talentförderung ist oft die Folge. Und viele Sportarten werden auch im Breitensport neuen Schwung bekommen. Von Klein bis Groß. Im eigenen Land eine Medaille zu holen? Ein Traum für Sportler, Verbände und Fans.

Im Prinzip kann es nur eine Meinung geben: Wir sollten „Ja“ zu Olympia in Deutschland sagen. Ob Berlin oder Hamburg. Gute Kommunikation hat die Kraft, tolle Geschichten zu erzählen. Großereignisse wie die WM und Olympia erzählen aber die besten Geschichten: Geschichten, an denen wir alle teilhaben können.

Der Autor: Christoph Metzelder ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare zu " Werber-Rat: Ein Ruck geht durch Olympia-Deutschland"

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  • Wenn ich richtig informiert bin, lehnt ein Grossteil der Bevölkerung diese Kommerzspiele komplett ab, weil es ein Minusgeschäft sondergleichen ist.

    Würde man die 82 Mio Leute in D fragen, würden vermutlich 70 bis 80 Prozent gegen die Ausrichtung der Spiele stimmen.

    Vermutlich hat man aber nur die Wahl zwischen Berlin (Pest) und Hamburg (Cholera). Der Steuerzahler darf dann als dummer Bauer die Regeln des korrupten Vereines dann wieder begleichen.

    Die Bayern haben es vor 2 Jahren richtig gemacht, als sie die olympischen Winterspiele komplett verbannt haben.

    Das Volk hat auch nichts gegen die Spiele an sich. Es sind diese Machenschaften des Geld scheffelns rund um die Marke Olympia.

    Theoretisch könnte man nämlich das Münchner Stadion wieder nehmen, einfach neu anstreichen und fertig. Kosten vielleicht 10 mio Euro für Renovierungen. Der Rest ist ja schon komplett da.

    VG
    Marvel

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